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Archive for the ‘Common Interest’ Category

Anmerkungen zur weltweiten Verfolgung der Christen

April 23, 2020 2 Kommentare

„Das Abendland wird gestorben sein, wenn es nicht mehr die Gegenwart Griechenlands in einer christlichen Seele ist.“ (Nicólas Gómez Dávila)[1]

„Vielmehr, wenn deinen Feind hungert, so gib ihm zu essen; dürstet ihn, so gib ihm zu trinken. Wenn du das tust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ (Römer 12, 20-21)

1.

Warum wird die weltweite Verfolgung der Christen in den Metropolen des Westens so konsequent ignoriert? Der Widerstand sich mit dem Thema zu beschäftigen ist enorm und verweist auf die ganz prinzipielle Unfähigkeit der zeitgenössischen westlichen Bevölkerungen sich in irgendeiner Weise positiv auf sich selbst zu beziehen. Die These von Freud, dass der Antisemitismus eine absurde Verdrängung des Hasses auf das Christentum ist, erweist sich heute als Wahrheit über die nur verschämt geschwiegen werden kann. Die Ablehnung und der Hass auf die Religion, der von unaufgeklärten Gegenaufklärern gegen jede Empirie als Wesen der Aufklärung propagiert wird, betrifft nur eine einzige Religion und wird von einer linken Hegemonie im Gewand eines postliberalen Atheismus nur gegen das Christentum in Stellung gebracht. Dass es ohne das Christentum gar keine Aufklärung gegeben hätte wird konsequent geleugnet, und dadurch zu einer Art Grundbedingung des gesellschaftlichen Konsenses hypostasiert, in der sich die atheistische Menschenfeindlichkeit gemütlich einrichten kann. Die Verteidigung verfolgter Christen gegen ihre Verfolger wird heute von der linken Hegemonie so intensiv verdrängt, dass sich nur noch politische Reaktionäre mit diesem Thema beschäftigen wollen.[2] Jordan Peterson rief in seinen „12 rules for life“ eine fast schon banale Tatsache zurück in das Bewusstsein von Millionen LeserInnen und ZuhörerInnen seiner Vorträge:  „The Bible is, for better or worse, the foundational document of Western civilization…“[3] und wurde – auch dafür – von Slovoj Zizek als „alt-right scientist“ denunziert.

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Kategorien:Common Interest

Synecdoche, New York

Auf der Website der Filmgazette ist meine Besprechung des Charlie Kaufman Films „Synecdoche, New York“ erschienen:

http://filmgazette.de/2017/07/10/synecdoche-new-york/

 

 

 

 

 

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Der humanistische Antisemitismus des Jostein Gaarder

Januar 2, 2015 5 Kommentare

 

„Spiel nicht mit den Schmuddelkindern,
sing’ nicht ihre Lieder.“

Franz Josef Degenhardt, Spiel nicht mit den Schmuddelkindern

 

„I heard of two generations being murdered
In a Europe that was shrouded in black
I witnessed the birth pains of new nations
When the chosen people finally went back.“

The Stranglers, North Winds

 

„Wer dem Planeten und damit der gesamten Menschheit durch das Verbrennen von Öl, Kohle und Gas Schaden zugefügt hatte, war dafür endlich zur Verantwortung gezogen worden.“

Jostein Gaarder, 2084 – Noras Welt

 

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Die Postmodernisierung des Islam. Über Tariq Ramadans „The Quest For Meaning” (Penguin Books, 2010)

September 18, 2013 1 Kommentar

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Die Karriere des Schweizer Islamwissenschaftlers Tariq Ramadan ist in jeder Hinsicht beeindruckend. Neben einer Vielzahl verkaufter Bücher gastiert der engagierte Intellektuelle an amerikanischen und britischen Eliteuniversitäten, hält Lehrstühle für Zeitgenössische Islamwissenschaft und agiert als Berater und Consultant in unzähligen Gremien, die sich mit interreligiösem Dialog beschäftigen oder ethischen Fragen zur Biotechnologie. Obwohl man über den Wert seiner unmittelbaren akademischen Leistungen geteilter Meinung sein kann, füllt er in der europäischen und amerikanischen Öffentlichkeit eine wichtige Lücke: die des islamischen Intellektuellen, der beide Seiten kennt und sich in beiden Sphären glaubwürdig bewegen kann. Ramadan ist eine Erscheinung der intellektuellen High Society, der mit Staatspräsidenten zu Talk Shows eingeladen wird und öffentliche Diskurse mit bestimmt.

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Zum Begriff der Demokratie (1)

Kein anderes Wort hat eine so inflationäre Geschichte wie der Begriff der Demokratie. Zu den Paradoxien des Diskurses über die Demokratie gehört, dass in den Präambeln unserer Verfassungen zwar alle Macht vom Volk ausgeht, und man zur Begründung dieses Umstands sich auf antike Vorbilder beruft, aber die Zusammensetzung der Worte Demos und Kratos in den antiken Quellen eine überwiegend negative Beurteilung erfährt. Die Erfinder der Demokratie hielten nicht viel von ihr, trotzdem glauben wir unsere Gesellschaft aus einem Modell der griechischen Polis ableiten zu können, das vor 2500 Jahren die europäische Zivilisation begründete. Die Paradoxie geht noch weiter, wenn wir anerkennen, dass es prinzipiell keineswegs falsch ist, sich das so vorzustellen, uns aber gleichzeitig bewusst machen müssen, dass die mythologische Dimension dieses Gedankens seine tatsächliche historische Relevanz bei weitem in den Schatten stellt. Eine Zielsetzung dieser Serie wird darum sein, die unmittelbare Konfliktgeladenheit der heutigen Demokratie in ihrer heteronomen Gestalt deutlich zu machen.
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