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Nicht-Identitätspolitik. Ein Aufruf zum Widerstand gegen die linke Hegemonie

Juli 23, 2020 53 Kommentare

Do I understand your question, man, is it hopeless and forlorn?

Bob Dylan, Shelter from the storm

Hier ist nicht Jude noch Grieche,
Hier ist nicht Sklave noch Freier,
Hier ist nicht Mann noch Frau;
Denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.

Galater 3,28

Intro: Ist #blacklivesmatter ein Produkt der Kritischen Theorie?

„What we’re trying to do in this revolution, in this televised revolution is that I’m saying this not in the literal sense, but in the sense of ‘Burn it all down. Start over.‘

(Linda Sarsour)[1]

Die jüngsten Ereignisse in den Vereinigten Staaten lassen uns zwischen den revolutionsschwangeren Rauchschwaden verwüsteter Innenstädte einen Blick darauf werfen was passieren könnte, wenn die bürgerliche Gesellschaft, ihre Demokratie und die von ihr rechtsstaatlich garantierte Meinungsfreiheit scheitern sollten. Was seit Jahrzehnten als „humanities“ an europäischen Universitäten und den Colleges der amerikanischen Bildungseliten gelehrt wird, ein philosophisch und ideologisch dezentral geführter Totalangriff poststrukturalistisch beeinflusster Theorien von „critical whiteness“ über „postcolonial theory“ bis zu „gender studies“ auf die Substanz der jüdisch-christlichen Zivilisation, steht kurz davor sich gesamtgesellschaftlich durchzusetzen. Der von den Eliteuniversitäten ausgehende und von den Mainstream Medien und den großen Tech-Corporations unterstützte Aufstand gegen eine imaginäre „white supremacy“, die einen „systemischen Rassismus“ praktizieren soll, ist ein postmodern aufgeladener stalinistischer Krieg gegen die zivilisatorischen Minimalanforderungen bürgerlicher Gesellschaft. Er könnte erfolgreich sein. Die Angst vor einem Untergang der Vereinigten Staaten wirft eine scheinbar weniger wichtige aber deswegen nicht weniger brisante Frage auf. Wenn man die Aufforderung von Adorno und Horkheimer ernst nimmt, dass es unerlässlich sei die zivilisatorischen Mindeststandards bürgerlicher Gesellschaft gegen die Barbarei zu verteidigen, dann stellt sich die Frage, ob mit der möglichen Abdankung der spätkapitalistischen Demokratie, deren Kritik stets auch ihr eigenes Anliegen gewesen ist, nicht auch Kritische Theorie an sich als gescheitert betrachtet werden muss.
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Kategorien:Culture and War