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Archive for März 2020

Mission Impossible: Fratzen des intersektionalistischen Antisemitismus

Auf der „Mission Impossible“ des geschätzten Kollegen thinktankboy ist gerade mein Text über das Buch „Israel Denial“ von Cary Nelson erschienen.

https://thinktankboy.wordpress.com/2020/03/09/fratzen-des-intersektionalistischen-antisemitismus-uber-cary-nelsons-israel-denial-2019/

Anmerkungen und Blogposts sind eher dort anzubringen. Viel Vergnügen!

 

Kategorien:Allgemein

Die 10 reaktionärsten Popsongs

März 1, 2020 2 Kommentare

Doch was immer man von Pop sagen und denken mag, bleibt eines niemandem verborgen, selbst wenn es sich schwer in Begriffe fassen lässt: Etwas verändert sich, was weit über die zyklischen Veränderungen, die dynamischsten Crossovers, die unentwegten Verbindungen mit politischen und ökonomischen und technologischen Impulsen hinausgeht.

Georg Seeßlen

In seinem legendären Text „Die Sonnenbrille der Philosophie“ aus dem Jahre 2006 fasst Georg Seeßlen einige seiner grundlegenden Gedanken zum Charakter der Popkultur in dem Satz zusammen: „Pop ist nicht Code, sondern die Veränderung von Codes; nicht Form, sondern die Veränderung von Form. Weil jede konsequente Bewegung zur Selbstaufhebung führt und das Repertoire von Veränderungen limitiert ist, tendiert diese Bewegung dazu, sich kreis- oder spiralförmig zu gestalten.“ Die vielfältigen paradoxen Implikationen dieses einen Satzes (und Seeßlen bemüht sich nach Kräften eine Menge weiterer solcher Sätze zu produzieren) führen dazu, dass sich der Gegenstand Pop jeder Kulturkritik recht umstandslos entledigt. Was Seeßlen die „konsequente Bewegung zur Selbstaufhebung“ nennt, bezieht sich weniger auf Pop als kulturelles Phänomen selbst, sondern viel mehr auf seine journalistische, oder wenn man möchte „kritische“ Aufbereitung für das Publikum. Popjournalismus oder Popkritik ist selbst Pop und nicht Journalismus oder Kritik. Die „Bewegung zur Selbstaufhebung“ führt dazu, dass Pop sehr viel Müll produziert, physisch, psychologisch wie ästhetisch, weil das Telos, das im Hegel’schen Begriff der Aufhebung steckt, also Kunst mit einer Bestimmung zu versehen, die es zum Kunstwerk macht, für die Bewegung selbst aufgegeben wird. Popkultur produziert Kunst und große Kunstwerke, aber nicht weil es das Ziel der Aufhebung ist, sondern als Abfallprodukt der Bewegung an sich, die ständig dazu tendiert sich selbst in Schleifen zu wiederholen. Wenn die Wiederholung zum Telos wird, ist die einzige begriffliche Kategorie Differenz, gedacht als Diversity und Vielheit. Die Differenz ersetzt das Subjekt und die Vielheit das Individuum und bildet so den Spannungsraum der popkulturellen Ästhetik, in der Geschichte nur als Unbewusstes existieren kann.

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Kategorien:Culture and War