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Der postmoderne Systemabsturz. Über die „Critical Whiteness“ und ihre Folgen

März 2, 2016 2 Kommentare

The camouflaged parrot he flutters from fear
When something he doesn’t know about suddenly appears
What cannot be imitated perfect must die…

Bob Dylan, Farewell Angelina

 

Was man heutzutage Postmoderne nennt ist eine Haltung zur Welt, die ausschließlich Narrative sieht. Wissenschaft, Kultur oder Politik bestehen zur Gänze aus sprachlichen Operationen, die in Macht und Gegenmacht Konfigurationen politische Master Narrative durch zu setzen versuchen. Das gilt für irgendeinen körperpolitischen Rassismus, der höhere und niedere Rassen behauptet ebenso wie für wissenschaftliche Modelle vom Universum. Alles ist endlose Relativität, in der jede Äußerung neben der anderen steht und vorgeblich nichts existiert, was sich außerhalb befände und damit Sinn und Deutungshoheit beanspruchen könnte. Es gibt keine Äußerung, kein Zeichen und keine politische Form, die nicht in irgendeiner Art und Weise als ein um Macht zentriertes Spiel erscheint, aber in dem es paradoxerweise trotzdem Absoluta gibt: Alles ist Politik und steht im Zeichen einer Macht, die Unterdrücker und Unterdrückte als Subjekte produziert. Dass man die Selbstbeschreibungen derer die sich als Unterdrückte sehen oder als vom Kolonialismus und Imperialismus Subjektivierte ebenfalls bloß als Narrative betrachten kann, denen Deutungshoheit ebenso wenig zukommt wie die deren angebliche oder tatsächliche Deutungshoheit man bekämpft scheint dabei aus dem Blick zu geraten.

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Kategorien:Culture and War