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The Great Terror. Anmerkungen zum Stalinismus anlässlich des Ablebens von Robert Conquest.

„The absolutely certain way for a defendant to get himself shot was to refuse to plead guilty.”

Robert Conquest, The Great Terror

„In 1997, during an interview with Le Monde, Robert Conquest was asked whether he found the Holocaust ‘worse’ than the Stalinist crimes, he answered: ‘Yes, I did!’, but when the interviewer asked why, he could only answer honestly with ‚I feel so‘. Conquest, anti – Sovietchik number one, feels so. Nabokov, the dispossessed noble, felt so. We feel so. When you read about the war, about the siege of Leningrad – when you read about Stalingrad, about Kursk – your body tells you whose side you are on. You feel so. In attempting to answer the question why, one enters an area saturated with qualms.“

Martin Amis, Koba the Dread

Am 3. August 2015 ist der britisch-amerikanische Historiker, Dichter und Schriftsteller Robert Conquest im Alter von 98 Jahren in seiner Wahlheimat Kalifornien verstorben. Wie der Telegraph in seinem Nachruf schreibt, verkörperte Conquest wie niemand sonst, dass „ es keinen entschlosseneren Antikommunisten als einen Ex-Kommunisten geben kann.“

Sein 1968 am Höhepunkt der westeuropäischen und amerikanischen linken Studentenbewegung erschienenes Opus Magnum, „The Great Terror“ war die erste wissenschaftlich einwandfreie Studie zur Politik Stalins zwischen 1934 und 1939 und beendete, wie Octavio Paz 1972 schrieb, sämtliche Debatten über das Stalin Bild vom großen Führer und Bezwinger Hitlers ein für alle mal. Conquest geboren im Juli 1917, der selbst als Parteigänger der Bolschewiki 1937 die Sowjetunion besucht hatte, konnte zum Zeitpunkt seines Todes auf ein umfangreiches Werk zurück blicken, das sich nicht nur mit Stalins Person und der inneren Struktur der Kommunistischen Partei beschäftigt hatte, sondern auch mit dem Lagersystem und den Gulags, die zur Durchsetzung des Terrors errichtet worden waren. Einer seiner wichtigsten Arbeiten ist die Dokumentation des nordsibirischen Lagerkomplexes Kolyma, den „Arctic Death Camps“, in denen hunderttausende Menschen durch Arbeit, Kälte, Hunger und Misshandlungen ermordet wurden. Oder wie es Timothy Garton Ash formulierte: „Er war Solschenizyn, vor Solschenizyn.“

Conquests große Leistung war es gezeigt zu haben, dass Stalin und sein Terrorapparat keineswegs eine Abweichung vom ansonsten ehrenwerten Charakter der KPdSU gewesen sind, sondern der Terror ausgehend von Lenin selbst ab 1921 die einzige politische Strategie darstellte, die in der Sowjetunion bis 1953 jemals zur Anwendung kam. Stalin, der während der Oktoberrevolution selbst kaum eine Rolle gespielt hatte, übernahm von Trotzki und Lenin einen funktionierenden Polizeistaat, den er nach seinem Gutdünken verwenden konnte. Lenin selbst hatte bei diversen Gelegenheiten davon gesprochen, dass die sowjetische Politik nicht ohne Terror auskommen würde, auch von Trotzki sind ähnliche Äußerungen bekannt. Der Bürgerkrieg gegen die Weißen und der Widerstand der Bauern gegen Zwangskollektivierungen brachten Lenin und seine bolschewistischen Parteikameraden dazu, Terror und Gewalt für unausweichlich und seinen Einsatz für ein unverzichtbares Mittel der Politik zu halten, auch während der Phase, die als Neue Ökonomische Politik bekannt ist. „Wir können auf Terror auf gar keinen Fall verzichten.“ Darauf beharrte Lenin bereits 1921 und war bestrebt die Anwendung von revolutionärem Terror gegen tatsächliche oder imaginäre Feinde auch als gesetzliche vor geschriebene Maßnahme zu implementieren.

Bolschewistische Politik bedeutete von Anfang bis Ende Terror, Hunger, Zwangsarbeit, Sklaverei und Massenmord. Erst nach dem Tod Stalins 1953, als sich die sowjetische Führung vom permanenten Ausnahmezustand verabschiedete, kehrte in das Leben der Sowjetbürger für einige Jahre Phasen der Normalität ein, die jedoch weiter von Zensur, politischer Verfolgung und Propaganda geprägt war.

Conquest betrachtete in „The Great Terror“ vor allem die Ereignisse zwischen 1934 und 1938, den Jahren der großen Säuberungen, in denen Millionen Menschen (es sind in manchen Quellen von bis zu 20 Millionen Betroffenen die Rede) verhaftet, gefoltert, erschossen oder zur Zwangsarbeit in die großen Lagerkomplexe in Sibirien deportiert wurden, um dort unter entsetzlichen Bedingungen als Sklavenarbeiter dahin zu vegetieren und schließlich zu sterben. Die Verfolgung betraf alle Bevölkerungsgruppen, auch die Kader der Partei und die alten Kämpfer der Oktoberrevolution. Außer Stalin selbst gab es keinen einzigen Menschen in der Sowjetunion, der nicht jederzeit verhaftet, gefoltert und erschossen hätte werden können. Die Chefs der Geheimdienste Yagoda, Yeshov und Berija lösten einander ab, weil ihr jeweiliger Vorgänger in Ungnade gefallen, und nach Tagen der Folter hingerichtet worden war. Als die Folterknechte ihre Aufgaben zum Wohlgefallen Stalins erledigt hatten, wurden sie selbst Opfer der Maschinerie. Robert Conquest schreibt in “The Great Terror” über die Praxis der stalinistischen Geheimpolizei:

The principle had become established that a confession was the best result obtainable. Those who could obtain it were to be considered successful operatives, and a poor [Chekist] had a short life expectancy. Beyond all this, one forms the impression of a determination to break the idea of the truth, to impose on everyone the acceptance of official falsehood. In fact, over and above the rational motives for the extraction of confession, one seems to sense an almost metaphysical preference for it…

Das Erschreckende an der stalinistischen Herrschaftsform ist nicht nur ihre konsequente Anwendung der Gewalt und der rücksichtslosen Vernichtung jeder imaginären oder tatsächlichen Opposition, sondern vor allem ihre Tendenz jede positive Beziehung zwischen Menschen konsequent zu zerstören. Jörg Baberowski hat dies in seinem Buch „Verbrannte Erde“ nochmals deutlich fest gehalten. Denunziation war eine Variante wie jemand in die Fänge des Machtapparates gelangen konnte, aber an den Höhepunkten des Terrors hatten die willigen Vollstrecker Stalins Quoten zu erfüllen, eine bestimmte Anzahl an Personen zu verhaften, zu foltern und zu erschießen. Wer zufällig zur falschen Zeit am falschen Ort war verschwand ebenso spurlos, wie solche die vielleicht tatsächlich noch politische Opposition ausgedrückt hätten, wäre ihnen so viel Zeit vergönnt gewesen. Es war in jedem einzelnen Fall völlig egal und am Ende einer Verhaftung standen Zwangsarbeit und Tod, nachdem ein vollkommen erfundenes Geständnis aus den Gepeinigten heraus geprügelt wurde. Jeder musste jedem misstrauen, die simpelste zwischenmenschliche Interaktion war vergiftet und korrumpiert worden. Die sowjetischen Untertanen lebten in Hunger, Armut und ständiger Angst. Die Zwangskollektivierungen und die Ermordung von Millionen unter dem Label der „Entkulakisierung“ waren entsetzliche Desaster, die ihre eigenen Ziele völlig verfehlten und das sozialistische Projekt in eine gigantische Farce verwandelten, das nur noch als Propaganda und Massenmord existierte. Dass dies auch einigen Veteranen der Oktoberrevolution im Angesicht der tödlichen Bedrohung bewusst wurde, ist deshalb nur ein kleiner Treppenwitz der Geschichte. Robert Conquest schreibt in „The Great Terror“ von den Bedenken Bucharins:

[Bukharin] was even more concerned with the effect on the Party. Many Communists had been severely shaken. Some had committed suicide; others had gone mad. In his view, the worst result of the terror and famine in the country was not so much the sufferings of the peasantry, horrible though these were. It was the ‘deep changes in the psychological outlook of those Communists who participated in this campaign, and instead of going mad, became professional bureaucrats for whom terror was henceforth a normal method of administration, and obedience to any order from above a high virtue.’ He spoke of a real dehumanization of the people working in the Soviet apparatus.’”

Stalins Reputation als Bezwinger Hitlers im Großen Vaterländischen Krieg, als den ihn nach 1945 Kommunistische Parteien und Linke weltweit unkritisch bewunderten ist einer der letzten großen Mythen, die es zu zerstören gilt.

Stalins Pakt den er 1939 mit dem deutschen Faschismus schloss, entfremdete zwar zahlreiche Linke weltweit von der Sowjetunion, wurde aber in den entsprechenden Zirkeln als notwendiges Übel und im Nachhinein auch als geniale taktische Finte des Großen Führers zu recht gelogen. Aber während Hitler und die Nazis den Angriff auf die Sowjetunion vorbereiteten, war Stalin bis zum Beginn der Operation Barbarossa vollkommen überzeugt, dass Nazideutschland keine zweite Front im Osten eröffnen wollte.

Stalin der Diktator hatte nicht nur die Sowjetunion in den völligen Ruin terrorisiert, er hatte auch in den wichtigsten Momenten der Geschichte des 20. Jahrhunderts so vollkommen versagt, dass er das sozialistische Projekt völlig schutzlos der brutalsten und mörderischsten Armee der Geschichte ausgeliefert hatte. Millionen Tote, auch jene der Shoah wären wohl zu verhindern gewesen hätte der ultraparanoide Massenmörder Stalin nicht ausgerechnet Adolf Hitler blind vertraut. In der Zeit zwischen 1939 und 1941 kümmert sich Stalin ausschließlich darum, den Großteil des Offizierskorps der Roten Armee zu liquidieren. Offenbar befürchtet er einen Putsch und besetzt die frei gewordenen Führungspositionen mit militärisch völlig inkompetenten Kadern des NKWD, deren einzige Qualität ihre Ergebenheit gegenüber Stalin war. Warnungen, dass die Wehrmacht ihre Kräfte konzentriert und ganz offensichtlich einen Angriff vorbereiten würde, wurden ignoriert, jene, die diese Warnungen aussprachen wurden umgehend liquidiert. Dass Stalin nicht ganz allein für diese Katastrophe verantwortlich ist, zeigt diese Episode:

Eine Woche nach dem Beginn des Angriffs der deutschen Wehrmacht saß Stalin immer noch paralysiert und geschockt in seiner Datscha bei Moskau und bekam Besuch von Molotow und Kaganovich, zwei Mitglieder seines engsten Führungszirkels. Stalin erwartete offenbar verhaftet und entmachtet zu werden. Stattdessen baten ihn Molotow und Kaganovich darum die Sowjetunion in den Krieg zu führen. Beide wurden vermutlich von der Gewissheit angetrieben, dass wenn Stalin fiel es auch mit ihnen bald vorbei sein würde, eine wahrscheinlich nicht ganz falsche Vermutung. Sowohl Molotow als auch Kaganovich überlebten Stalin und starben als wohl situierte Pensionisten in Moskau. Für die Dauer des Krieges übernahm der einzige General, der die Säuberungen der militärischen Führung überlebt hatte, Zhukov, das Kommando und restrukturierte die sowjetischen Streitkräfte. Aber erst 1943 konnte der Vormarsch der Deutschen Wehrmacht – ausgerechnet bei Stalingrad – gestoppt werden. Dass Stalin nach 1945 wieder fest im Sattel der sowjetischen Machtpolitik saß und sich weltweit für den Sieg über Nazideutschland feiern lassen konnte, auch von Churchill, gehört zu den bittersten Lektionen der Geschichte, die sich aus den Katastrophen des 20. Jahrhunderts lernen lassen. Kommunistische Parteien weltweit ersparten sich so eine Konfrontation mit ihrer Ignoranz oder auch Unterstützung des totalitären Terrors und der Untergang der sozialistischen Idee war besiegelt, auch wenn sich dieser Prozess bis 1989 hinaus verzögerte.

Robert Conquest, der manchmal recht einsame Chronist des Großen Terrors arbeitete unterdessen an der Entmystifizierung der sowjetischen Realität und musste sich mitunter recht harsche Kritik gefallen lassen, er würde die Zahlen der Opfer zu Propagandazwecken maßlos übertreiben. Die Öffnung einiger Archive nach 1989 in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion zeigte, dass er mit seinen Schätzungen wesentlich näher an der Wahrheit gewesen ist, als irgendeiner seiner Kritiker. Was er enthüllte und Millionen Leserinnen und Lesern zugänglich machte wird Bestand haben. Die völlige Verachtung für menschliches Leben, die wahnsinnige Unterordnung sozialer Beziehungen unter die Ideologie totalitärer Machtausübung haben nicht nur das kommunistische Projekt nachhaltig desavouiert, sie haben auch gezeigt, dass der Terror den die russische Revolution mit sich brachte, völlig unfähig ist funktionierende Gesellschaften hervor zu bringen. Der Stalinismus schaffte es die Ungerechtigkeiten und Grausamkeiten der tausendjährigen Zarenherrschaft in Russland an Menschenverachtung und mörderischer Intensität bei weitem zu übertreffen. Dass es die chinesische Führung geschafft hat den Untergang der sozialistischen Idee zu überleben, hat eben genau damit zu tun, dass man ihre Politik als Bruch mit sozialistischen Modellen der Vergangenheit betrachten muss. Das China von heute hat mit den Vorstellungen Maos jedenfalls weniger zu tun, als Putins Russland von heute mit denen Stalins.

Die Sowjetunion und die russische Revolution sind nicht nur daran gescheitert soziale und politische Verbesserungen für die Bevölkerungen unter ihrer Herrschaft herbei zu führen, sie haben im Gegenteil die wenigen positiven Entwicklungen des 19. Jahrhunderts, die sich in Russland in Gestalt einer jungen und kreativen Bourgeoisie angedeutet haben, so vollständig vernichtet, dass Russland und viele andere Staaten nach dem Fall der Sowjetunion bis heute in einem geistigen Korsett der Vormoderne gefesselt zu sein scheinen. Dies äußert sich unter anderem darin, dass Stalin als Repräsentant einer großen Vergangenheit rehabilitiert wird, bei der Träume wieder eine Weltmacht zu sein größere Bedeutung haben, als soziale Verwerfungen und die gravierenden Probleme der russischen Realität. Geschichte wiederholt sich einmal als Tragödie, einmal als Farce, wie Marx im „18. Brumaire“ geschrieben hat, aber welcher Teil ist Tragödie und welcher die Farce?

Ob es Lehren aus der Geschichte gibt, die in irgendeiner Weise helfen frühere Fehler zu vermeiden, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Die Arbeit Robert Conquests sollte jedenfalls dazu beitragen, die totalitäre Bedrohung durch revolutionäre Ideen ernster zu nehmen. In einer Adresse an seinen lebenslangen Freund Christopher Hitchens, einen ehemaligen Trotzkisten, zu finden am Ende seines Buches „Koba the Dread“, schreibt Martin Amis:

An admiration for Lenin and Trotsky is meaningless without an admiration for terror. They would not want your admiration if it failed to include an admiration for terror.

Wer immer sich heute darüber beklagt, dass die Welt nach 1989 von einer unerträglichen Alternativlosigkeit geprägt sein würde, sollte sich daran erinnern, dass diese Alternativlosigkeit vor allem damit zu tun, dass es die Politik der Bolschewiki gewesen ist, die jeden Gedanken an Alternativen und Utopien nachhaltig zerstört hat. Diesen Umstand sollte man als das einzig erinnerungswürdige Erbe Stalins betrachten.

Kategorien:History, Past, Presence
  1. ped43z
    August 11, 2015 um 00:04

    So interessant der Artikel im ersten Augenblick erscheint, so einseitig erscheint das Bild beim zweiten Blick.
    Vor allem diese als Schlussfolgerung formulierte Passage ließ mich aufhorchen:

    „Dass es die chinesische Führung geschafft hat den Untergang der sozialistischen Idee zu überleben, hat eben genau damit zu tun, dass man ihre Politik als Bruch mit sozialistischen Modellen der Vergangenheit betrachten muss. Das China von heute hat mit den Vorstellungen Maos jedenfalls weniger zu tun, als Putins Russland von heute mit denen Stalins.“

    Weiter hergeholt kann eine Behauptung kaum sein. Es sei denn man erkennt, dass der Autor des Artikels tief in seinen ideologischen Schützengräben sitzt. Dass ein solches Thema auch noch gereicht, um Putin-Bashing zu betreiben ist bezeichnend – wie ärmlich.
    Das Bild des heutigen Russlands hat mit der Stalin-Ära genauso wenig zu tun, wie das des heutigen China´s. Die Arroganz westlicher Moralvorstellungen ist unverkennbar.
    Wie sieht es denn wirklich im Russland der Gegenwart aus, wenn man mal die ideologischen Scheuklappen ablegt? Die krampfhaft aufrecht erhaltene Propaganda einer aggressiv zur Weltmacht strebenden russischen Autokratie mit einem unberechenbaren Psychopathen an der Spitze wirkt schon fast lächerlich, wenn die Manipulation dem Leser offenbar wird. Der russische Präsident, der bei jeder Gelegenheit auf unerträgliche Weise diffamiert wird, um die Menschen vor allem in den westlichen Staaten auf das russische Feindbild zu impfen, hätte besseres verdient als diese Hetze, die in einen Krieg münden kann, dessen Ausmaß alles in den Schatten stellen würde, was Europa bisher kannte (und das ist bekanntermaßen nicht wenig).
    Ebenso einseitig kommt die Mär von der revolutionären Bewegung, die unsere Demokratien bedroht. Wer neugierig genug ist, hat längst erfahren, wie die „revolutionäre Bewegung“ in Russland regelrecht auf den Thron gehoben wurde, damals im Jahre 1917. Der Name für das Grüppchen der Bolschewiki war eine Farce, ihre Machtergreifung ein Paradebeispiel für angelsächsiche Geopolitik, welche durch Mackinder begründet wurde und Jahrzehnte später in Brzezinski einen „würdigen“ Nachahmer fand. Sie hoben eine Dikatur in den Sattel und machten die Verbrechen des damit einhergehenden stalinistischen Systems erst möglich. Und es war kein Problem für die Geostrategen, solange die Konstellation ihnen nützte. Die gleiche Geopolitik ermöglichte auch die Installation einer weiteren brutalen Diktatur in Europa und wiederum die Gleichen feierten sich 1945 als die Retter der Zivilisation, nachdem Europa in Schutt und Asche lag und dessen Aufbau den endgültigen Aufstieg der USA zu einzigen Weltmacht (wie Brzezinski so schön sagte) begründete.
    Russlands Geschichte ist genauso beachtens- und mahnenswert, wie die deutsche Geschichte, wie auch die englische Geschichte (wieviel Millionen Opfer hat doch nochmal die englische Kolonialpolitik in Indien und China gekostet) und nicht zuletzt die der USA (die jüngere Geschichte genügt als Beleg).
    Und keiner sollte so naiv sein auszuschließen, dass nicht auch unsere Gesellschaft, deren zunehmend Orwellscher Charakter kaum zu übersehen ist, in diese Richtung driften könnte.
    Noch etwas: Den Menschen wohnt der revolutionäre Charakter als Lösungsweg zu besseren Gesellschaften keineswegs inne. Erst die Manipulation zum Zwecke der Schürung von Ängsten, als Voraussetzung für Feindbilder, getriggert über das Unterbewusstsein, macht die Menschen zu dem fähig, was zu Stalin´s und Hitler´s Zeiten geschah – und ohne weiteres auf´s Neue in Europa erstehen kann. Aber man ist da ja schon auf einem „guten Weg“, Nazi´s in der Ukraine sind ja inzwischen salonfähig – solange es gegen den Feind Russland geht…

    • August 22, 2015 um 09:07

      Ich finde es auffällig, dass sie in ihrem ganzen Furor kein einziges mal das Thema des Beitrags ansprechen: den Terror der stalinistischen Diktatur. Die psychische Energie, die sie auf bieten, um sich damit nicht beschäftigen zu müssen ist enorm und zeugt davon, dass Verschwörungstheorien vor allem dem Ziel dienen von der Realität zu entlasten. Ob die Bolschewiki 1917 durch englische Geopolitik auf den Thron gehoben wurden, ist mir persönlich ziemlich egal, der Massenmord an Millionen Unschuldigen zur Durchsetzung die totalitäre Ideologie ist es nicht. Bei ihnen ist es genau umgekehrt.

      Ich habe keine andere Politik, was Kommentare betrifft, außer jener, dass es kein Spam sein soll, aber die zynische Menschenverachtung mit der sie alles ignorieren, was nicht in ihren politischen Bias passt, ist mir zutiefst unsympathisch. Meine Empfehlung ist daher, dass sie weiter ziehen und sich jemand anderen suchen, den sie mit ihrem faschistoiden Anwürfen belästigen.

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