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Gesindel, Schmarotzer und Parasiten. Über Volker Pispers

 „Der Kanzler hat gesagt, wir sollen nicht in einen oberflächlichen Antiamerikanismus abgleiten. Aber meiner ist gar nicht oberflächlich. (…) Ich habe auch gar nichts gegen Amerika, es ist ein wunderschönes Land. Das Problem sind die Menschen, die dort leben.“ (Volker Pispers)

„Die deutsche Sprache ist die tiefste, die deutsche Rede die seichteste.“ (Karl Kraus)

1.

Vor etwa einem Jahr veröffentlichte ich hier einen Text, in dem ich über eine Auseinandersetzung mit Nietzsche Phänomene wie den Antizionismus und den Antiamerikanismus kritisierte. Das linke Ressentiment, wie ich es nannte, ist die gefühlige Ignoranz des guten Menschen, der sich als mutiger Rebell gegen den Mainstream weiß, obwohl er treffsicher den Opportunismus der Mehrheit reproduziert. Das Ressentiment wie es Nietzsche treffend charakterisiert hat, ist als vermeintlich kritische Geste immer im Einklang mit den populistischen Bedürfnissen seines Publikums, das sich als Masse gerne von der „Masse“ verächtlich abgrenzt. Während sich die realen politischen Institutionen der Linken nach dem Ende der Sowjetunion praktisch aufgelöst haben, leben ihre rhetorischen Formen, ihre Sprache und ihre Codes paradoxerweise als allgemein verfügbare Werkzeuge eines öffentlichen Diskurses fort, der in Dispositiven einer permanenten Krise der Weltwirtschaft die Form einer allgegenwärtigen Empörung annimmt. „Empört Euch!“ wie das gleichnamige Bändchen des betagten Stéphane Hessel heißt, hat als 14 seitige Anleitung zum Sit-in den Geist der Zeit getroffen, dass politische Aktivität eine Geste beinhalten muss, die PR Agenturen eine akzeptable Arbeitsgrundlage liefern kann. Was einmal die Linke als gesellschaftliche Institution gewesen ist, hat sich heute als ein Jargon der Marginalisierung etabliert, der im Zustand der Isolierung des politischen Subjekts von seiner Organisation im Klassenkampf sein bestimmendes Existenzmerkmal besitzt. Die massive Inflation der verschwörungstheoretischen Paranoia wird von  isolierten Individuen produziert, die sich als einsame Kämpfer gegen den Mainstream imaginieren.

Die rhetorischen Formen und ideologischen Frameworks, die uns seit den 60er Jahren als Standards linker Kritik vertraut sind, existieren im Internetzeitalter als fossile Brennstoffe einer opportunistischen Empörungsmaschine die eine angebliche Kritik des Bestehenden zum populistischen Gemeinplatz transformiert. Das Ressentiment wie Nietzsche es beschrieben hat ist als moralische Empörung darauf aus das narzisstische Selbstbild einer linken Selbstvergewisserung aufrecht zu erhalten, die ihren Konformismus als mutigen Tabubruch inszeniert oder als Selbstmitleid, wenn die gleich geschalteten Medien ihre Nazi und Antisemitismuskeulen auspacken.

Übrig geblieben sind Formen und Gerüste, die mit Bekanntem, Banalem und Allgemeinem angereichert werden, destilliert zu einem Resultat das subversive Sprechakte simuliert um Konformismus zu reproduzieren.  Die Sprache dieses Konformismus sind Begriffe und Termini eines ehemals linken Arsenals, das aus – damals – verbotenen Wörtern wie Kapitalismus, Herrschaft oder Ideologie Bestimmungen gemacht hat, die vor allem das eigene Unbehagen an der Kultur ausdrücken sollen, aber keine analytischen Qualitäten mehr besitzen, mit denen die eigene Involvierung in Verhältnisse beschrieben werden könnte. Was vor dem Ende des Kalten Krieges tatsächlich noch dazu diente das „verbotene Wissen“ (Nietzsche) zu identifizieren, das durch die mächtigen Gatekeeper aus der öffentlichen Wahrnehmung gefiltert wurde, gerät im systematischen Information Overkill des globalen Netzes zum Witz der Verschwörungstheorie. Gerade weil Information und vor allem alternative Information beinahe absolut verfügbar sind, äußert sich diese Ideologie als „Geheimwissen“, als  Mysteryserie und Trivialliteratur, die von 9/11 Verschwörungen, False Flag Operationen, UFOs und Chemtrails phantasiert, von Wissen, das angeblich verboten ist, von Propaganda die dazu dient, die „Massen“ dumm zu halten und deren Sichtbarmachung durch eben jene Helden der Gegenaufklärung in revolutionäre Situationen münden soll, wenn den angeblich betrogenen Massen die Augen geöffnet werden. Diese Simulation von Kritik wird im Zeitalter der sozialen Netzwerke, der Blogosphären und Websites immer in einem bestimmten Sound vorgetragen:  ein im Hintergrund operierender Akteur, der von Fall zu Fall ein mächtiger Superstaat sein kann, die EU, USrael, die Bilderberger, die Neocons, die Finanzindustrie, die jüdischen Lobbies etc., würde mit seinen mächtigen Propaganda Apparaten, der wechselweise die  Medienkonzerne und die Geheimdienste  umfasst, das „verbotene Wissen“ an seiner Veröffentlichung hindern und die braven und naiven Bürger konsequent täuschen. Geschwätzige Kommentatoren sehen überall Denk, Kritik und Redeverbote, vor allem wenn es um die inflationäre Israelkritik geht.  Während die Organe des konformistischen Zeitgeistes inhaltsleere Debatten darüber führen, dass Kritik an der israelischen Politik doch nicht antisemitisch sein kann, hat der verschwörungstheoretische Diskurs der linken Selbstvergewisserung schon längst den Beschluss gefasst, dass „Kauft nicht bei Juden“ eine legitime Form der Israelkritik darstellt.

Erstaunlich an fast allen seinen Ausprägungen ist, dass das Ressentiment, das darin vorgetragen wird, zum einen immer mit generischen Mustern antisemitischer Agitation daher kommt und zum anderen in einer Sprache geäußert wird, die aus linken Agitprop Puzzles zusammen gesetzt wird. Schlüsselwörter wie „Propaganda“, die „Herrschenden“, der „Mainstream“, der „US Imperialismus“, der „Zionismus“, die „Finanzindustrie“, das „Schuldgeldsystem“, der „Westen“, sogar „Orwells 1984“  finden sich als abstrakte Feindbeschreibungen, mit denen ein plumpes Ressentiment im linken Gewand verkauft wird. Der Verschwörungstheoretiker, der Zinskritiker, der Antiimperialist, der Friedensforscher, sie alle finden sich als kleines gallisches Dorf gegen das Imperium wieder, das überraschend viel Verständnis für ihre klassenkämpferischen Verbalinjurien an den Tag legt. Die von den Unbilden der zionistischen Verschwörung verfolgten Rebellen, die von „Totschweigen“, „Gleichschaltung“ und einer allmächtigen „Propaganda“ reden, veröffentlichen ihre Pamphlete, erhalten Subventionen und werden von Instituten, Universitäten und Pressure Groups geehrt, während sie ihrem Publikum gleichzeitig erzählen, dass eine bösartige Zensur sie zu behindern versuche. Die unterschiedlichen Spielarten lassen es zu, dass sich der linke Kleinkünstler mit denselben Begriffen  verständigt wie der Hardcore Nazi, wenn er die Praktiken der Finanzdienstleister zur Steigerung der Gewinne aus Spekulation mit börsennotierten Anteilscheinen aufs Korn nimmt. Was immer das politische Ziel des einen und des anderen sein mag, aus linken Ressentiments raffinieren beide den Treibstoff ihrer rhetorischen Empörungsmaschinen.

 

2.

Im linken Ressentiment findet der deutsche Kabarettist Volker Pispers sein natürliches Biotop. Volker Pispers ist eigentlich viel zu langweilig, um ihn überhaupt einer umfangreicheren Beachtung zu würdigen. Mich haben weder seine als „Humor“ missverstandene Rhetorik noch seine biedere Sprache jemals gereizt. Der Grund, warum ich überhaupt über ihn schreiben will, ist einem merkwürdigen Umstand geschuldet. Über ein Forum stieß ich zufällig auf die Naziseite globalecho dot org, (Naziseiten werden einer guten Konvention zufolge nicht direkt verlinkt). Wer sich die Ergüsse des Hosts „Crypto Jude“ (warum er sich so nennt hat der Autor dieser Zeilen nicht heraus zu finden versucht) antun möchte, soll das mit Hilfe einer beliebigen Suchmaschine selbst besorgen. Der „Crypto Jude“ jedenfalls bietet umfangreiches Material zur nationalen und patriotischen Grundversorgung für den modernen Nazi an, das sich der Aufdeckung des deutschen „Volkstods“ verpflichtet hat. Das Netzwerk, in das global echo eingebettet ist, steht einer Naziveranstaltung namens „Die Unsterblichen“ nahe, die in online verfügbaren Videos Züge von Fackelträgern zeigt, die mit Masken, die wohl an den Guy Fawkes Stil der anonymus Kampagnen erinnern soll, die deutsche Endlösung per Geburtenrückgang problematisiert. Ein Werbebanner für das Online Zahlungssystem „bitcoin“ enthält den Hinweis „(…) es hilft die Zinsknechtschaft der Rothschilds und anderer Verbrecher zu brechen.“ Wie formulierte es Karl Kraus? „Man erkennt Deutschnationale daran, dass sie nicht Deutsch können.“

Es ist wie gesagt eine Naziseite, für die man sich nicht weiter interessieren sollte, wäre da nicht der merkwürdige Sachverhalt, dass sich unter den Registereinträgen ein eigenes Tab namens „Volker Pispers“ befindet, den der „Crypto Jude“ mit mehreren eingebetteten Videos seinen Lesern ans Herz legt und den er wegen folgender Qualität würdigt: „Einem breiteren Publikum wurde er vor allem während des Irakkriegs durch seine scharfe Kritik an der Politik der USA bekannt.“

Dass Volker Pispers als Rolemodel auf einer Naziseite auftaucht, dafür kann er nichts. Er ist schließlich kein Nazi, sondern ganz im Gegenteil ein höchst sensibler linker Gutmensch mit untadeligem Charakter. Aber es ist interessant zu wissen, dass Nazis ihn offenbar gut finden und herzlich zu den langweiligen Kalauern dieses Clowns lachen. Doch die Frage stellt sich: Warum?

Genau wie beim lahmarschigen Spießerhumor des ZDF Klassikers „Neues aus der Anstalt“, in dem der humorfreie deutsche Untertan sich als Rebell gegen das Establishment austobt oder dem (noch langweiligeren) ARD Format „Scheibenwischer“ in dem er Dieter Nuhr häufig als Gastmoderator  beiwohnt, wird bei Pispers die linke Gewissheit moralisch überlegen zu sein als vollendet dämliche Projektion gelebt. Wie man hier sehen kann, gibt Volker Pispers gerne den Kritiker der Heuschrecken. In „Berufsgruppen, die die Welt nicht braucht“ zieht er über Aktienanalysten („das widerlichste Pack was dieser Planet bis dato hervorgebracht hat…), Börsenmakler („meine Lieblingschmarotzer“) und Consultingagenturen („Parasiten“, „Gesindel“) her, in einer Wortwahl, mit der er jedem Nazi offenbar aus der Mördergrube seines Herzens spricht. Das alltägliche Ressentiment erhält die Form einer „Kapitalismuskritik“, die nichts anderes vermag, als die Denunziation zum Spaßterror zu adeln. Die reaktionäre Voraussetzung dieses ideologischen Spiels ist die Gegenüberstellung von parasitärer Finanzelite und dem machtlos ausgelieferten Bürger, der das Lachen dazu verwenden muss, seine eigene Vernetzung im politischen System konsequent zu verdrängen. Früher hätte man das „objektiv konterrevolutionär“ genannt. Pispers hat kein Interesse daran sein Publikum mit der unangenehmen Wahrheit zu konfrontieren,  dass die „BWL Schnösel“, die er so verachtet, Projektionen sind, Spiegel und zugleich Wiedergänger der eigenen Passivität. Im oben erwähnten Beitrag über das linke Ressentiment schrieb ich: „Das Ressentiment ist die Verinnerlichung dieser Vorgänge, die aber vom Schwachen als moralische Überlegenheit gegenüber dem Stärkeren rationalisiert wird, als Sublimierung und Transformation der Impotenz in die Heroisierung der Impotenz als eigentlichen Ausdruck von Stärke.“ Börsenbroker, Aktienspekulanten und Consultingagents mögen nicht besonders sympathisch sein, und weder ihr Reichtum noch ihre durchaus beachtliche gesellschaftliche Macht machen es notwendig, sie gegen primitive Polemik und bösartige Beschimpfungen in Schutz zu nehmen, aber der linke Kabarettist Pispers macht sich nicht einmal im Ansatz den Gedanken, dass das Auftauchen dieser Phänomene etwas mit ihm selbst oder seinem Publikum zu tun haben könnte. Stattdessen wird die eigene Unfähigkeit diese Entwicklungen zu verstehen geschweige denn sie irgendwie beeinflussen zu können mit Begriffen thematisiert, die der Nazi sehr genau versteht und die er als Bereicherung seiner Angst vor dem deutschen Volkstod instrumentalisieren kann. Die Unschuld des deutschen Spießers, der sich aufregen, aber nichts verändern will ist so erbärmlich, dass Pipsers Humor auch problemlos auf Karnevalsveranstaltungen der reaktionärsten Sorte passt. Ob und wie typisch deutsch es ist, die eigene moralische Überlegenheit dem selbstkritischen Einblick in die Vernetzung der Verhältnisse vorzuziehen, das sollen andere sich überlegen. Das Gefühl der bessere Mensch zu sein als der erfolgreiche Börsengewinnler ist schon hinreichender Ausweis der eigenen Integrität, die selbst empfundene moralische Überlegenheit die Krücke mit der sich das narzisstische Selbstbild vor der Realität flüchtet. Wem das als politische Aktivität genügt, wird mit Pispers seine Freude haben.

 

3.

Wenn Pispers auf den Irakkrieg zu sprechen kommt, auf 9/11 und die USA generell, dann kennt der Spießer in ihm keine Anstandsgrenzen mehr. In einem (vom „Crypto Juden“ offenbar mit englischen Untertiteln versehenen) Video, das sich hier ansehen lässt, ergießt sich die ganze Verachtung des deutschen Spießers über die USA als offen rassistische Abrechnung, als ob er  den Verlust des zweiten Weltkriegs noch immer nicht verwunden hat. Die Projektion der eigenen Impotenz muss sich natürlich an den Amerikanern abarbeiten. Amerikaner sind „naiv“, halten sich für „die Guten“ und wissen nicht viel vom Rest der Welt. Kein Wunder, dass der Nazi das lustig findet. Dass es in den USA eine Oppositionsbewegung gegen den Irakkrieg gegeben hat, scheint für Pispers völlig unerheblich. Der doofe Amerikaner scheint im klaren Gegensatz zum kultivierten Deutschen zu stehen.

Was Pispers für Aufklärung hält sind simple Schemata, die es seinem Publikum ermöglichen, einen Feind zu sehen, anstatt sich selbst. Wie er das macht, das hat allerdings einiges Geschick, das muss ihm der Neid lassen. Sind Bush und seine Regierung einfach Verbrecher, firmieren die Attentäter von Madrid als „Idioten“, sozusagen dumme Jungs, die man nicht ernst nehmen muss. Dass 9/11 ein Massenmord gewesen ist, auf die Idee könnte man gar nicht kommen, wenn man Pispers zuhört. Es ist schlicht ein „Ereignis“, das uns unverschämter weise von den doofen Amerikanern aufgedrängt wurde, und mit dem sie uns seitdem ungefragt belästigen. Was man von einem linken Kabarettisten erwarten könnte wäre eine Art Äquidistanz zu allen Bösen, stattdessen muss er jedoch, weil es darum geht, die USA zu denunzieren, die Geschichte des US-Imperialismus neu erfinden. Als Beispiel für eine friedliche Revolution gegen die Diktatur fällt ihm nämlich ausgerechnet der Iran ein. Die islamische Revolution im Iran gilt ihm als (offenbar nachahmenswertes) Beispiel, wie ein „Volk“ (natürlich) ohne einen Schuss abgegeben zu haben, sich von der Unterdrückung befreit hat. Die „Moslems“ sind deshalb die Bösen für die US-Verbrecher, weil sie „Menschen (sind), die ihre Religion ernst nehmen“, ganz im Gegenteil zu den Katholiken, wie der ehemalige Student der katholischen Theologie böse anmerkt. Dass die islamische Revolution selbst relativ friedlich verlaufen ist, aber danach ein terroristisches Folterregime errichtet hat, kann einen Trottel, der in Kategorien des „Völkischen“ denkt einfach nicht stören. Die stillschweigende Naturalisierung der Bevölkerungen des Nahen Ostens, denen der Islam als kulturelles Dispositiv unmittelbar eigen ist, ist für Pispers Ausdruck der eigenen repressiven Toleranz. Wer sind wir, fragt er rhetorisch, zu kritisieren, dass sie es als „Moslems“ einfach nicht abkönnen, dass eine fremde Macht in ihren Heiligen Stätten sich breit gemacht hat? Die angebliche Kritik des Rassismus gegen muslimische Migranten kehrt als kulturalistische Essentialisierung wieder, und dem Trottel fällt das natürlich gar nicht auf.

Wiederum verstehen wir ganz genau, warum ein Nazi, der die deutschen Verbrechen der Shoah durch den Hinweis auf Guantanamo (oder den deutschen Volkstod) überschreiben will, seine lachtechnischen Bedürfnisse bei Volker Pispers befriedigen kann.  Es geht auch nicht darum, etwas sichtbar zu machen, sondern ein Ressentiment zu kultivieren, das die Selbstzufriedenheit der „schönen Seele“ (Hegel) pflegt.

 

4.

Pispers soll seinem Wikipediaeintrag zufolge in den 80ern studierter Englischübersetzer gewesen sein. Wie und warum jemand, der diese Sprache gelernt haben will, zum Schluss gelangt, dass das Problem der USA die Menschen sind, die dort leben, kann ich nicht beantworten, ohne in Spekulationen abzugleiten. Einer dieser Spekulationen ist, dass es sich um simplen Neid handelt. Pispers ist neben seinen problematischen ideologischen Anteilen vor allem eines: langweilig. Die biederen Kalauer und die schenkelklopfende Banalität die an Acts beim Villacher Fasching erinnert würden einem mittelmäßigen amerikanischen Standup Comedian keinen einzigen zahlenden Zuschauer bringen. Wenn man sich nur ein wenig mit amerikanischer Humorkultur auskennt,  fällt einem natürlich sofort Stephen Colberts Auftritt beim White House Correspondents Dinner 2006 ein. Das gesamte amerikanische Establishment sah zu, applaudierte und lachte, als Colbert den anwesenden George Bush nach allen Regeln der Kunst öffentlich bloß stellte. Der Präsident ertrug es mit zusammen gekniffenen Arschbacken und einem gequälten Lächeln. Die erbärmliche Qutaschcomedy eines Volker Pispers hat dieser kulturellen Leistung nur antiamerikanische Ressentiments entgegen zu setzen, die seine Projektion als verdrängte Eigenwahrnehmung verraten.

Wer wissen will wie in einer kultivierten Gesellschaft politische Kritik als Humorleistung verstanden wird, sollte sich die Shows von Lewis Black einmal ansehen. Die Sensibilität für Sprache, Nuancen und derbe Schmähs verbindet sich bei diesem Künstler zu einer Form, die den Namen „politisches Kabarett“ verdienen würde, wären amerikanische Standup Comedians bloß „Kleinkünstler“.

Dass ein kultureller Analphabet wie Pispers seine simpel gestrickten Ressentiments als Humor anbieten kann, ist ein Tiefpunkt der deutschen Sprache. Wäre er des Englischen mächtig genug, dass er den 2008 viel zu früh verstorbenen George Carlin verstehen könnte, der mit seinen sprachlich subtilen Witzen sogar aus einer Aufzählung von Fäkalwörtern eine intellektuell höchst anspruchsvolle Kritik öffentlich propagierter und privat gelebter Moralvorstellungen zaubern konnte, die Scham würde diesen Trottel auf der Stelle umbringen.

Kategorien:Culture and War
  1. Juli 24, 2012 um 09:09

    Überspitzte Darstellung im Kabarett sind dir völlig fremd. Abgesehen davon, dass schon das Eingangszitat nur die halbe Warheit wiedergibt. Im seiner fortlaufenden Erklärung ist immer von „den meisten Amerikanern“ die Rede. Aber man biegt sich halt immer die Welt, so wie man’s brauch.

  2. Gaston
    Juli 25, 2012 um 11:07

    super text. super analyse!

  3. Johannes
    August 21, 2012 um 06:43

    Leider sind tatsächlich die Menschen das Problem in Amerika: war 1992 als 20-jähriger dort, einen Freund der dort ein Auslandsjahr verbrachte in Florida besuchend. Eines Tages hatten wir die Idee nach Atlanta zu fahren um dort ein Wochenende zu verbrinegn (Six Flags over Georgia,…). Der von mir besuchte Freund war zu der Zeit 19 Jahre alt und mußte sich für derartige Aktivitäten das Einverständnis seines „local coordinators“ abholen (das hatte er) und weiterhin seine Gasteltern informieren. Sein Gastvater verbot ihm kurzerhand die Mitfahrt, ohne erkennbaren Grund. Anstelle eines Grundes stand die Spekulation, man hätte womöglich den local coordinator unter Druck gesetzt, ihm nicht genügend Zeit für eine vernünftige Antwort (=nein) zu lassen. Mein Fraund hat sich über diese Willkürentscheidung hinweggesetzt und ist trotzdem mitgefahren.

    Nun schreiben Amerikaner das Datum ja andersherum (MM/TT/JJ) und ich erschien denen wie ein 21-jähriger, also jemand der im amerikanischen Weltbild mit der vollen Palette der gesellschaftlichen Verantwortungen ausgestattet ist. Diesen Irrtum klärte ich nicht auf, schliesslich erlaubte er mir, abends mal ein Bier zu trinken (undenkbar für 20-jährige amerikanische Babies). Dank dieses Umstandes, demzufolge man mich für 21 Jahre alt hielt, wurde ich als möglicher Verantwortlicher in der vierköpfigen Gruppe die sich da unerlaubt nach Atlanta abgesetzt hatte, ausgemacht. Das kristallisierte sich in dem Versuch der Gasteltern meines Freundes mich allen Ernstes als „Kidnapper“ zur Verantwortung zu ziehen.

    Nebenbei gesagt kam die Atlanta-Idee von meinem Freund, nicht von mir. Ich war bloss Mutfahrer, dankbar eine weitere Stadt kennenzulernen.

    Nachdem bekannt wurde, dass ich selber auch nur ein „20-jähriges Kleinkindchen“ war, wurde diese Strategie, die eigene Verantwortung für die eskalierte Situation auf mich abzuwälzen schnell aufgegeben.

    Ich reise viel, aber etwas auch nur annähernd ähnlich krankes ist mir in bisher auf keiner meiner Reisen je wieder begegnet. Das Bild, das Volker Pispers von den Amerikanern beschreibt, dass kenne ich aus eigener Erfahrung. Diesem merkwürdigen, offensichtlich absichtlich mit vielen Fremdworten angereicherten Original Post kann ich nur widersprechen. Pispers beschreibt die Umstände sehr gut. Mehr erwarte ich von ihm auch nicht.

    • Randy
      September 3, 2016 um 12:39

      Wen willst du den scheiss erzählen?mach dich erstmal mit den gesetzen vertraut.

  4. Volkers Pastor
    August 25, 2012 um 06:41

    …und wieder ein Blog den die Welt nicht braucht!
    Nehmen Sie sich beim Wort! Schenken Sie uns eine Welt ohne Sie!

    • September 2, 2012 um 21:02

      Vielen Dank für ihre Zusendung!

      Offenbar ist es beim Richtigen angekommen.

  5. Buddy Casino
    Oktober 7, 2012 um 10:58

    Guter Artikel, danke dafür!

    Dass Trader und Consultants die Gewinner und die Pispers-Anhänger die Verlierer sind, so dass diese sich aus Narzissmusgründen ihrer eigenen moralischen Lufthoheit vergewissern müssen, ist aber imho etwas zu einseitig. Über Unternehmer (nicht: Manager) wird schließlich nicht so hergezogen, und das aus gutem Grund.

    Gerade die Finanzindustrie kriegt vollkommen zurecht aufs Dach, nur schade dass es in so primitiver Form erfolgen muss, ohne jegliche Selbstreflexion. Wie viele aus dem Publikum halten wohl selber Aktien?

    Ansonsten: Volltreffer, Pispers ist deutsches Spießbürgertum in seiner Reinstform.

  6. November 18, 2012 um 14:56

    Wie schoen, dass Pispers linker Gutmensch sein soll. Ich sehe Pispers einfach als sprachgewandten Unterhalter an, ohne Programm.

    Und das der Cryptojude ihn gut findet zeigt nur, dass Pispers eine breite Masse anpsrechen kann.

  7. blabli
    November 29, 2012 um 22:27

    Die Dummen (Deutschen) gehen zu Pisspers, damit er ihnen erzählt, was sie sowieso schon denken. Dann bedanken sie sich mit emphatischen Gelächter für die Bestätigung ihres Weltbildes. Pointen braucht es da nicht.

  8. loco deno
    Dezember 17, 2012 um 11:40

    heja,
    den anspruch an die ueberlegenheit der argumente wird sogleich guillotiniert, durch die wahl der falschen waffe (der ‚gutmensch‘. dieser begriff wurde im 3.reich implementiert und umgedeutet ) wird ein substantiell richtiger aspekt zum blossen spiegelbild der vorgetragenen anklage. wo ist die intellekuell scharfe klinge ? (-: gruss

  9. Januar 15, 2013 um 15:28

    Bei dem Bezug auf „die Unsterblichen“ könnte es sich um eine Revitalisierung einer (naturgemäß) sehr alten Vorstellung durch den Film „300“ handeln. Dort sind die „Unsterblichen“ eine Eliteeinheit der angreifenden Persischen Armee unter Xerxes welche sich hinter eisernen Masken verbergen. Ich vermute dabei einen Fraternisierungsversuch mit dem persischen Volk unter der alten Idee des Ariers, welcher des Wortursprungs nach eben aus dieser Sprache stammt. Man sollte nicht vergessen das im Film, der sicherlich in diesen Kreisen einiges an Begeistgerung ausgelöst haben mag, die „Unsterblichen“ gegen die tapfere kleine Macht der Griechischen Spartaner kämpfen. Bezüge zu aktuellen Ereignissen liegen nahe, sind aber unfruchtbar. Das sich die Maske dieser Wirrköpfe nun mit denen der ebenfalls sehr konfusen Vollidioten von Anonymus zu verbinden beginnt, zeigt einiges darüber was aus denen wird die ihren Widerstand in der Isolation des Internets heraufbeschwören.

    • Januar 15, 2013 um 19:03

      Interessanter Gedanke. Ich mochte „300“ übrigens sehr. Ich persönlich kann nicht glauben, dass Nazis unbedingt Verlierern nacheifern. Das würde sie emotional überfordern.

      • Januar 16, 2013 um 09:37

        Auf meinem alten Zeltlager, dessen Feuer jetzt erloschen ist, habe ich ein kleines Märchen über Frank Miller erzählt das sie gerne hier nachlesen können:

        http://pastebin.com/Nkx53jFc

        Wenn sie literarischen Anspielungen nachvollziehen kann es ihnen klar werden das es mir an anderer Stelle eine innere Notwendigkeit war Coelho mitzubashen.

  10. Januar 16, 2013 um 09:38

    Bitte verzeiehen sie den misslungenen Satzbau, bin gerade im Reisefieber.

  11. Lea
    Februar 25, 2013 um 14:14

    Mich würde mal interessieren, worüber Sie in Ihrer Freizeit so lachen. Viel bleibt da ja nicht mehr übrig.

    • Februar 25, 2013 um 15:57

      Wenn sie bis ganz nach unten lesen, zum Punkt 4, dort steht (und wird verlinkt) zu all den Dingen, die ich komisch finde.
      Wenn sie sich also die Mühe machen zu lesen, werden sie finden, ansonsten vielen Dank für ihren Beitrag.

  12. Einblöderlinkergutmensch
    August 18, 2013 um 23:48

    Du bist wohl einer der zum Lachen in den Keller geht.

  13. Roland
    September 7, 2013 um 20:21

    Hm……..schwer zu beurteilen in meiner geistigen Unzulänglichkeit. Allerdings finde ich, dass in dem Artikel einiges von der “ selbst empfundenen moralischen Überlegenheit“ enthalten ist, die Sie Pispers ankreiden.
    Gibt es einen deutschen Kabarettisten, den Sie gut finden?

    • September 8, 2013 um 11:27

      Otto Waalkes mochte ich immer sehr. Außerdem bin ich ein großer Fan von Gerhard Polt und dem bayrischen Humor von Georg Ringsgwandl.
      Es ist nicht schwer einen Vorwurf auf den der ihn macht zurück zu projizieren. Mag sein, dass „selbst empfundene moralische Überlegenheit“ auch bei mir anzutreffen ist. Niemand ist frei von Sünde, und ich werfe auch nicht den ersten Stein. Allerdings geht es in dem Beitrag nicht um meine moralische Befindlichkeit, und auch nicht um die von Herrn Pispers, sondern um die Attitüde einer Pseudokritik, die in ihrer ganzen Art und Weise durch und durch opportunistisch ist, sich aber als große Geste against all odds inszeniert. Pispers bietet keine Kritik, er ist ein Populist, der seinem Publikum nach dem Mund redet, indem er ihre Ressentiments bedient. Als Österreicher bin ich durch die politische Landschaft meiner Heimat stärker für solche Figuren sensibilisiert als sie vermutlich. Aber gerade in Deutschland, das im Westen kaum rechtspopulistische Parteien kennt und mit der Linken eine linkspopulistische Vetretung im Bundestag hat, hat Pispers eine starke Hausmacht. Sein Linkssein kommt nicht aus einem Kampf gegen etwas, sondern ist das Verwalten eines sicheren Pfunds. Pispers ist eben kein Dramaturg des Rufers in der Wüste, wie Gerhard Polt. Polt hatte immer ein gutes Gespür dafür, sein Publikum in die Pflicht zu nehmen, Pispers will es instrumentalisieren.
      Seine Sprache ist hetzerisch, aber weil sie links daher kommt, scheint das niemand wahrnehmen zu wollen. Und das habe ich in diesem Beitrag angesprochen.

  14. Roland
    September 8, 2013 um 21:45

    Na, den „Otto“ und den Polt haben wir sogar gemeinsam. Allerdings sehe bzw. höre ich Pispers ausgesprochen gern, weil er Dinge anspricht, die in sonstigen Medien kaum zu finden sind. Mag sein, dass es populistisch ist, aber es kommt mit sehr schwarz-trockenem Humor einher.
    Musste schwer Lachen, als ich vom Hintergrund des Österreichers las, der gegen derlei schwer sensibilisiert daher kommt – wie wahr! Das entbehrt ebenfalls nicht eines trockenen Humors – könnte von Pispers sein (Schbässle gmacht…bin Schwabe). Die „Linke“………hm……das ist in unserem System gegenwärtig die einzige Partei, die unsinnigen Beschlüssen nicht zustimmt – wie beispielsweise dem Krieg in Afghanistan. Der dauert länger als beide Weltkriege zusammen, kostet viel und bringt……….nichts. Angesichts ausbleibender Proteste frage ich mich gelegentlich, was mit unserer Bevölkerung los ist.

    Habe deshalb geschrieben, weil mir Ihr Aufsatz in der von mir erwähnten Hinsicht aufgefallen ist.
    Ansonsten vielen Dank für die ausführliche Antwort.

  15. Paul
    Oktober 14, 2013 um 20:00

    Wie frustriert kann man eigentlich sein; mehr fällt mir dazu nicht ein…höchstens, dass sich vorheriges reimt und: es wundert doch sehr, dass die Amerikaner hier als Sprachgenies dargestellt werden. Das muss in der Tat als Witz zu deuten sein. Ichhabe aber nicht gelacht.

    • Oktober 14, 2013 um 20:09

      Ich würde ja einmal probieren an ihrer Stelle ein Programm von George Carlin in voller Länge sich anzusehen und vor allem verstanden zu haben. Das heilt von allen Nichtlachen können Symptomen.

  16. Cdestroy
    November 1, 2013 um 18:46

    Großartiger Artikel. Vielen Dank, den habe ich gebraucht. Ärgerte mich gerade über Pispers und Leute, die den auf Facebook posten und sich dabei irgendwie rebellisch vorkommen. Habe dann bei Google Pispers-Kritiker gesucht und bin hier gelandet.

    • November 2, 2013 um 08:43

      Vielen Dank!
      Aber mich würde jetzt interessieren, worüber sie sich geärgert haben.

      • Cdestroy
        November 2, 2013 um 09:32

        Also, ich ärgerte mich mal wieder über Pispers. Über den Artikel freute ich mich. Nicht, dass das missverstanden wird. Der Artikel entspricht in jeder Hinsicht meiner Meinung über Pispers, seinen Inhalten und seiner Rhetorik. Ich könnte an dieser Stelle höchstens noch einmal arg verkürzt alles wiedergeben. Gerade im Zusammenhang mit seiner Vita finde ich auch seine Kapitalismus- und Systemkritik haarsträubend. Carlin ist übrigens großartig. In den USA wird sowieso nicht diese elitäre Unterscheidung zwischen Kabarett und Comedy gemacht.

  17. Cdestroy
    November 2, 2013 um 09:52

    Bei Facebook ist es eben so, dass die Leute sich da mit so ein paar lahmen posts als politisch interessierte Querdenker inszenieren. Als ob sie damit irgendwie etwas subversives äußerten. Sie tun dies aber völlig ungefährlich und zahnlos im Kreis ihrer eigenen Facebook Freunde, deren likes sie sich sicher sein können. Wenn dann noch Pispers für die eigene zur Schau Stellung einer vermeintlichen Edgyness verwendet wird, ist da für mich doppelt ärgerlich.

  18. Florian
    März 9, 2014 um 14:25

    Interessanter und bedenkenswerter Artikel.

    Einige Vorwürfe gehen allerdings ins imho Leere.

    1. Die Begriffe „Schmarotzer“, „Parasiten“ benutzt Pispers nicht ohne Grund, er kritisiert
    damit die genau so gefärbte Stimmungsmache gegen Hartz-IV Empfänger in Deutschland. Sein entspr. Beitrag spielt ja mit dieser Erwartungshaltung („Wissen Sie, wer für mich die wahren Schmarotzer sind […]“ etc… Diesen Kontext hätte man fairerweise ruhig erwähnen dürfen.
    Davon abgesehen ist grundsätzlich immer ein bisschen billig, Kabarettisten Polemik und Überspitzun vorzuwerfen.
    2. Kabarett ist immer teilweise wirkungslose Selbstbestätigung, sicher ist Pispers eher harmlos, aber ich sehe nicht inwiefern sich die von Ihnen genannten Komiker sich da unterscheiden. Insbesondere gilt das für die (in der Tat oft deutlich witzigeren) Komiker der USA. Im Übrigen thematisiert Pispers (wie viele Kabarettisten) das auch selber. Einer seiner Lieblingssätze ist doch:“Wenn das Geld in der Kleinkunstkasse klingt, die linksliberale Seele in den Himmel springt.“ oder so ähnlich. Was erwarten Sie von ihm? Er ist Kabarettist kein Politiker oder Prediger.

    Insofern verpuffen einige Ihrer Vorwürfe und es bleibt: Sie finden ihn nicht witzig.

    Das ist ihr gutes Recht, aber gemessen daran hauen Sie für meinen Geschmack doch etwas zu hart auf den Putz („Clown“, „Trottel“ usw…).

    Und der „linke Gutmensch“ fällt Ihnen in Ihrer Polemik auch auf die Füße, wie ein Vorposter richtig bemerkt hat…

    • März 13, 2014 um 09:08

      Vielen Dank für ihren Kommentar.

      Ihre Kritik macht durchaus Sinn, einiges würde ich heute vermutlich nicht so schreiben, es ist ja auch schon einige Zeit her. Und Pispers ist ein Kabarettist und kein Politiker, das stimmt, obwohl ich finde, dass politische Kritik an einem politischen Anspruch nicht fehl am Platz ist. Ich nehme Kabarettisten und Politiker gleich ernst, oder besser: Politiker würde ich eher selten so heftig kritisieren, politische Kabarettisten nehme ich dagegen beim Wort.

      Was Pispers betrifft, ist die Polemik vom „linken Gutmensch“ sicherlich zu hinterfragen, aber die Kritik an der Attitüde meines Erachtens nicht. Worum es mir gegangen ist, war heraus zu streichen, dass der linke Kabarettist Pispers seine Kritik an den Verhältnissen in ein Ressentiment umwandelt, mit dem seine Zuschauer nach Hause gehen und sich bestätigt fühlen in ihrer wohlfühligen Ohnmacht. Was (damals als ich das schrieb) mir so sauer aufstieß war mein Gefühl, dass Pispers eben nichts dazu leisten kann, den Lacher und den Humor dafür zu benutzen die eigene Verstricktheit in die schlechten Verhältnisse offen zu legen. Er formt ein Wohlfühluniversum, in dem die linke Seele baumeln kann, und ihren eigenen politischen Anspruch, nämlich, dass Dinge verändert werden können, nicht mehr nachgehen muss. Man kann da sicher auch anderer Meinung sein, aber wenn sie seine Programme, zumindest die Teile aus denen ich zitiere genau anschauen, dann werden sie eben entdecken, dass die Verwendung von „Schmarotzer“ und „Parasiten“ eben nicht nur der Kritik an Hart IV Politik gilt, sondern die Manager und Börsenbroker als Feindbild benutzt, mit dem sich der kleine Mann an etwas abputzen darf, an dem er keine Schuld trägt und auf das er seine ganz Wut projizieren kann. Und das ist im heutigen Diskurs politischer Willensbildung die Domäne rechtsextremer Parteien. Wie das in den Kanon eines linken Kabarettisten kommt, habe ich in dem Beitrag versucht zu skizzieren.

      • ped43z
        April 11, 2015 um 19:40

        Habe diesen Ihren Kommentar auf Ihren eigenen Beitrag erst jetzt entdeckt – und ja, an dem was Sie hier schreiben ist was dran, hier war (leider) Georg Schramm (als Bsp.) dem Volker ein gutes Stück voraus, trotzdem Schramm teilweise auch – sagen wir mal – sehr direkt rüberkam. Bei Schramm war aber auch eine entsprechende Emotionalität dahinter, seine Angriffe wirkten nicht gesetzt. Und er zeigte alternative Handlungsweisen, vor allem bzgl. unserer Sozialsysteme auf. Was man aber Pispers keinesfalls absprechen sollte, ist seine Stärke in der Analyse, da gibt es viele geschichtliche Ereignisse, über die er den Menschen, so sie bereit dafür waren, die Augen öffnete, Zusammenhänge offen legte, einen Roten Faden aufzeigte. Wir sollten auch nicht zu sehr in der Rolle eines politischen Konsumenten verharren, Konsum von Kabarett eingeschlossen. Besser sollten wir das Gute von Pispers nehmen, von seinem vermittelten Wissen profitieren, seine Schwächen (wozu ohne Zweifel ein gewisses Anbiedern an den Rezipienten gehört) wie die Anderer und unsere Eigenen akzeptieren – und das beste draus machen.
        Was ich auch noch anmerken möchte: Es ist sehr angenehm zu erkennen, wie Sie Ihr eigenes Handeln reflektieren.

      • Luise
        Dezember 21, 2015 um 14:30

        1. Zu Ihrer oben genannten Kritik auf: “Schmarotzer” und “Parasiten” eben nicht nur der Kritik an Hart IV Politik gilt, sondern die Manager und Börsenbroker als Feindbild benutzt..“
        – drei einfache Gegenbeispiele: Wer hat die Griechenland-, die Spanien- und die Irlandkrise verursacht und unterstützt? Wo häuft sich das Geld an? Es gibt da viel zu zu sagen. Mir liegen da die Wörter: „Manager, Börsenbroker, Banken, Politiker und Lobbyismus“ auf der Zunge
        2. Wie meinen Sie das bitte: „wohlfühligen Ohnmacht“ und „Er formt ein Wohlfühluniversum, in dem die linke Seele baumeln kann, und ihren eigenen politischen Anspruch, nämlich, dass Dinge verändert werden können, nicht mehr nachgehen muss.“
        Ist für mich nicht nachvollziehbar. Soll er Sie zu etwas anstiften oder was erwarten Sie bitte? Dann könnte man Ihn ebendas vorwerfen.🙂
        3. Seine Wortwahl ist öfter etwas grob, aber das ist halt die Art seines Kabaretts. Ist eben Geschmackssache.

        Was ist mir bei Ihren Artikel negativ aufgefallen? Unvollständige Quellenangaben (Wann hat er was genau und in welchem Zusammenhang gesagt?) unübersichtlicher und gelegentlich etwass zu unkonkreter Text, teilweise verworrene, für mich nicht nachvollziehbare Schlüsse, hier und da zu kompliziert und zu langatmig.
        Auch tun Sie das, was sie Pispers ankreiden: Sie verwenden grobe Polemik („Trottel“, „kultureller Analphabet“) um beim Publikum gut anzukommen. Ist für mich jetzt auch kein Zeichen von Niveau, oder?

        • Dezember 23, 2015 um 19:42

          Vielen Dank für ihre Anmerkungen!
          Es ist schon etwas länger her, dass ich das geschrieben habe, aber so weit ich mich erinnern kann habe ich auch gesagt, dass die Banker und Manager nicht vor Kritik geschützt werden müssen. Seine Kritik an ihnen ist ja legitim und ich habe auch diese Legitimität nicht bestritten, sondern bloß gemeint, dass die politische Konsequenz daraus das Problem ist.
          Was die Quellenangaben betrifft: ich habe ja einige Videos verlinkt, (gut möglich dass diese nicht mehr auf den Seiten zu finden sind), aber die von mir erwähnten Zitate kamen dort alle vor. Meine Kritik an Pispers ist, auch wenn sie das zu langatmig finden, dass er ein Ressentiment benutzt, um seine Witze zu machen und in dieselben reaktionären Fallen tritt, die er andern vorwirft und dadurch die Selbstreflexion beiseite lässt, die Verstrickungen, in die jeder einzelne von uns verwickelt ist, wenn es um diese Themen geht nicht sieht. Wir sind alle Teil dieser Dynamik, nicht bloß die Banker und Manager.

          Ich habe leider im Moment nicht die Zeit, um das besser zu formulieren, aber danke jedenfalls, dass sie sich die Mühe gemacht haben, ihre Kritik zu formulieren. Ich finde, dass das sehr konstruktiv war. Also alles Gute für sie und ihre Familie.

  19. weißnich
    September 30, 2014 um 16:29

    Super Text. Aber Pispers ist nicht das Problem in meinen Augen sondern die Medienkompetenz von Konsumenten die meinen ein Kabarettist hätte mehr Ahnung als ein Reporter vor Ort oder
    Oder Menschen die sich ein Leben lang mit einer ganzen Region auseinander setzen….

    Der Spiegel titelte „Stop Putin“ und in der Clown-Sparte war das der Beweis für die geistige Mobilmachung. Kein Wort darüber das sich Zeitungen solcher Titel bedienen um sich zu verkaufen und schon gar nicht zum eigentlichen Inhalt des Artikels. Nee wär auch zu mühsam deshalb arbeitet man sich nur an der Breaking News ab

    Ein Titel und morgen der Einberufungsbescheid ne is klar .

    • September 30, 2014 um 17:51

      Vielen Dank jedenfalls für ihre Rückmeldung. Ich sehe das durchaus ähnlich, aber auch Medienkompetenz lässt sich verbessern, aber Pispers hat seine ideologische Strategie schon gefunden. Man muss halt Kritik üben, wo sich Kritik üben lässt, anders wo hilfts nicht.

  20. Nazienkel
    September 30, 2014 um 19:58

    Ich denke oft, dass Pispers vielen Leuten, die über seine Witze lachen auch ein Staatsbürgerseminar angedeihen lassen sollte, so oft wie der von Knallchargen verlinkt wird, einfach nur aufgrund Bedienens derer antiamerikanischen und antisemitischen Ressentiments.

    • Oktober 3, 2014 um 14:44

      Hätte das nicht besser formulieren können.

    • Dezember 29, 2014 um 03:17

      „… einfach nur aufgrund Bedienens derer (…) antisemitischen Ressentiments.“ Wo genau sehen Sie denn bei Pispers solche „antisemitischen Ressentiments“ bedient? Bitte um ein illustrierendes Beispiel aus seinem Programm! Ist mir bislang noch nicht aufgefallen …

      Zum Thema „Antiamerikanismus“ bei Pispers kann ich nur sagen: alles, was der gute Volker in dieser Hinsicht jemals abgesondert hat, läßt ihn – im Vergleich zur hard-core Amerika-Kritik des leider viel zu früh von uns gegangenen George Carlin – immer noch wie einen Waisenknaben aussehen. Wer die HBO-Specials von George Carlin kennt, wird zugeben müssen, dass ein solcher Meister der „serenity through viciousness“ bei unseren öffentlich-rechtlichen Anstalten mit ihren verklemmten Sachwaltern des politisch korrekten Wohlfühlhumors nicht den Hauch einer Chance auf Sendezeit hätte.

      • Dezember 29, 2014 um 09:44

        Ich habe George Carlin weiter unten im Beitrag verlinkt. Und schreibe dort, was sie schreiben: dass Pispers nicht einmal ansatzweise die Schärfe eines George Carlin, Lewis Black, Stephen Colbert oder einer Sarah Silverman et al. erreicht. Der deutsche Antiamerikanismus hat immer eine Verbindung zum Antisemitismus gehabt. Das muss man als gebildeter Mensch reflektieren, oder man ist eben ein Idiot, der das nicht kann. Dass Pispers zwar keine offenen antisemitischen Ressentiments bedient und ihm das auch niemand vorwirft ist eine Sache, aber zu glauben, man könne ein Ressentiment ausleben, ohne alle anderen immer mit im Gepäck zu tragen ist naiv.
        Und Pispers ist vor allem eines: selbstgerecht und naiv.

  21. Birgit de Vries
    Januar 5, 2015 um 14:17

    Ich habe gestern eine Wiederholung von „Bis neulich 2014“ gesehen und war entsetzt über die sprachlichen Entgleisungen, Beleidigungen und diesen abgenutzten Antiamerikanismus. Er spricht von der amerikanischen Gesellschaft als völlig entsolidarisiert und beleidigt damit die vielen Menschen, die sich in Bürgerinitiativen engagieren.

    Wie vermisse ich politische Satire à la Hildebrandt………

    Vielen Dank für Ihren Beitrag!

    • Januar 5, 2015 um 17:48

      Vielen Dank!
      Wie sie richtig sagen: US AmerikanerInnen, die politischen Protest organisieren werden von Leuten wie Pispers einfach übergangen, weil deren Beachtung ja sein Ressentiment beeinträchtigen würde. Das ist leider so und hat einfcah Tradition. Pispers ist ein richtiger Volkskabarettist.

  22. Kaetz
    Januar 6, 2015 um 05:25

    Ich habe durch Zufall Pispers Video zum Ukrainekonflikt gesehen. Ich muss sagen, dass ich den Mann nur vom Hörensagen kannte, aber was er in Bezug auf die Ukraine von sich gegeben hat, ist einfach unglaublich. Wahrscheinlich bedingt sein Antiamerikanismus, dass er russische und verschwörungstheoretische „Wahrheiten“ zum Besten geben muss:
    1. Yanukowitch war demokratisch gewählt – naja, darüber kann man noch streiten; Pispers unterlässt aber zu erwähnen, dass Yanukowitch während seiner Amtszeit mehrmals die Verfassung gebrochen und das Land zu einem autoritären System umgebaut hat und schon allein deshalb Proteste angebracht gewesen wären. Er erwähnt auch nicht, dass der ganze Protest erst begonnen hat, weil Yanukowitchs Leute in einer Nacht- und Nebelaktion die verhältnismäßig geringe Zahl von pro-EU protestierenden Studenten zusammengeknüppelt haben. Nein – alles eine Verschwörung von USA und EU!
    2. Er behauptet man hätte der SU eine Garantie gegeben, dass die Nato nicht nach Osten erweitert würde – Blödsinn! Gorbachev hat selbst gesagt, dass es so eine Zusage nie gegeben hat. Außerdem ging es um eine EU-Erweiterung, aber das ist ja egal.
    3. Er zweifelt an, wer auf dem Maidan geschossen hat und erwähnt tatsächlich die CIA. – Das ist nach verschiedenen Berichten, u. a. der New York Times (wahrscheinlich Lügenpresse in seine Augen) geklärt: Es waren Yanukowitchs Leute.
    4. Russisch wurde als Amtssprache abgeschafft. – Auch hier unterlässt es Pispers wieder zu erwähnen, dass Russisch in der Ukraine überhaupt erst seit 2012 regionale Amtssprache war und zwar eingeführt von Yanukowitch gegen den Willen der meisten Ukrainer.
    5. Schließlich kommt er natürlich mit dem Irak-Krieg und relativiert damit die Krimannektion durch die Russen. Gleichzeitg behauptet er, die Russen hätten demokratisch darüber abstimmen lassen…

    Man könnte noch mehr zu diesen Halbwahrheiten, Auslassungen und blanken Lügen schreiben, die er nur in diesem relativ kurzen Stück zum Besten gibt, aber ich habe keine Lust mehr. Es läuft einfach alles darauf raus – EU/USA böse, böse, böse und das Publikum gluckst vergnügt. Wie gesagt, ich kannte diesen Mann nicht wirklich, aber dabei bleibt es definitiv auch. Ich bin auf der Seite hier gelandet, weil ich gegoogelt habe, ob jemand anderem auch aufgefallen ist, dass der Pispers gar nicht mal so toll ist. So einen tollen Artikel hätte ich dazu nicht erwartet, eher sowas wie „der is voll doof“. Na ab und zu taugt das Internet doch was, danke!

    • Januar 6, 2015 um 09:52

      Vielen Dank!

      Ich bin natürlich froh und glücklich, wenn meine bescheidenen Beiträge Menschen was bringen.
      ich kann mich leider nur wiederholen: das Ressentiment als Grundlage für politisches Reden und Handeln ist immer und prinzipiell reaktionär. Es ist traurig und amüsant zugleich, wenn sich Linke oder solche die sich als Linke verstehen, glauben sie wüssten alles besser und seien auch die besseren Menschen, ohne auch nur ein Jota Selbstkritik zu besitzen, und ihren selbstgerechten Quatsch als Wahrheit verkaufen. Pispers ist vor allem ein Opportunist. Er redet anderen nach dem Mund und hält das für mutige, Tabu brechende Kritik. Dieser Gegensatz ist unfreiwillig komisch, wenn auch das Publikum es gerne hat, bedient zu werden. Kritisches Denken müsste in der Lage sein mit Fakten und Tatsachen umzugehen, die einem widersprechen oder die eine Relativierung des eigenen bewirken. Wer das nicht schafft, ist nicht kritisch und das wollte ich am Beispiel Pispers deutlich machen.

      • Kaetz
        Januar 6, 2015 um 18:21

        Ich muss zugeben, dass ich auch eher demokratisch-links bin, d. h. für eine gerechtere Einkommensverteilung, Stärkung der Rechte der Arbeitnehmer und tendenziell die armen und schwachen Leute im Allgemeinen. Leider bekommt man „links“ nur noch im Paket mit Antiamerikanismus, Verschwörungstheorien und pro Russland. Es ist zum Kotzen. Diese Wahnsinnigen diskreditieren eine politische Kraft, deren Einfluss gerade jetzt so wichtig und richtig wäre. Weil die SPD nicht mehr links ist, fühle ich mich durch keine der Parteien vertreten, aber was bleibt mir anderes übrig als sie zu wählen. Und selbst in der SPD sind ein Haufen pro Russland Leute wie Platzeck. Warum bedeutet links automatisch pro Russland und anti USA. Ja ok, die USA sind nicht gerade links orientiert, aber Russland doch auch nicht! Wenn ich mich zwischen Russland und den USA entscheiden müsste, würde ich 1000% die USA bevorzugen. Vermutlich ist das „demokratisch“ bei mir das Problem. Es ist wirklich deprimierend, dass sich das alles bis ins Kabarett zieht. Anflüge davon findet man sogar in der Titanic. Kulturell können wird den Amis sowieso überhaupt nicht das Wasser reichen und ich würde sogar sagen nicht einmal den Franzosen oder Briten.

        • Januar 22, 2015 um 17:05

          Ich könnte das nicht besser formulieren. Vielen Dank!

        • SveFe
          März 11, 2015 um 19:05

          das bringt es auf den Punkt, geht mir genau so, danke

    • ped43z
      Februar 6, 2015 um 15:51

      „1. Yanukowitch war demokratisch gewählt – naja, darüber kann man noch streiten“

      Wieso? Er war es.

      „2. Er behauptet man hätte der SU eine Garantie gegeben, dass die Nato nicht nach Osten erweitert würde – Blödsinn!“

      Aha. Wie sagte doch 1990 US-Außenminister James Baker im Katharinensaal des Kreml(!):
      Das Bündnis (gemeint NATO) werde seinen Einflussbereich ‚nicht einen Inch weiter nach Osten ausdehnen‘, falls die Sowjets der Nato-Mitgliedschaft eines geeinten Deutschland zustimmten.

      „… dass Yanukowitch während seiner Amtszeit mehrmals die Verfassung gebrochen und das Land zu einem autoritären System umgebaut hat und schon allein deshalb Proteste angebracht gewesen wären.“

      Sagen Sie mir nur einen Präsidenten der Ukraine, welcher das nicht getan hätte. Proteste dagegen sind immer angebracht. Wenn aber die Unzufriedenheit der Menschen von außen mit viel Geld und politischem Druck auf ganz bestimmte Ziele (die dann auch gar nicht mehr im Interesse der Protestierenden sind) gesteuert wird, sieht die Sache schon etwas anders aus, nicht wahr? Sagt Ihnen die Summe von 5Mrd $ etwas?

      „weil Yanukowitchs Leute in einer Nacht- und Nebelaktion die verhältnismäßig geringe Zahl von pro-EU protestierenden Studenten zusammengeknüppelt haben.“

      Meinen Sie damit so etwas?: „Am frühen Abend des 1. Dezembers (2013) kam es vor dem Administrationsgebäude des Präsidenten zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Regierungsgegner warfen Pflastersteine, attackierten Polizisten mit Metallketten und versuchten, deren Reihen mit einem Bagger zu durchbrechen.
      Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Euromaidan

      Wie gewalttätig der „friedliche“ Protest über Wochen war, dafür gibt es reichlich seriöse Belege. In unseren Leitmedien gibt es diese Belege auch, sie stehen aber leider nicht auf den Hauptseiten, immerhin man findet sie.
      Apropos EU-Assoziierungsabkommen: Sie kennen die Inhalte? Sie kennen auch den Passus, einmalig bisher bei Ass.abk., der eine NATO-Partnerschaft einschloss? Sie wissen um die gravierenden Folgen für die russisch-ukrainischen Beziehungen? Bis dato gab es Freihandel, also keine Zölle, für die Ukraine enorm wichtig.

      „3. Er zweifelt an, wer auf dem Maidan geschossen hat und erwähnt tatsächlich die CIA. – Das ist nach verschiedenen Berichten, u. a. der New York Times (wahrscheinlich Lügenpresse in seine Augen) geklärt: Es waren Yanukowitchs Leute.“

      NICHTS ist geklärt, eine wirkliche Untersuchung durch die ukrainische Regierung steht nach wie vor aus. Was soll außerdem Ihre polemische Bemerkung zur Lügenpresse? Und: SIE KENNEN die Täter!? Sie machen sich lächerlich! Zumal die Sniper auch eine Reihe von Polizisten erschossen. Sie wissen nicht, dass der CIA-Direktor mehrmals in Kiew war?

      „Russisch wurde als Amtssprache abgeschafft. “

      Das ist also kein Argument? Jeder fünfte Ukrainer hatte russische Wurzeln, was ja bei der Geschichte auch nicht so verwunderlich ist. Ist Ihnen nicht bekannt, dass seit Jahren ein latenter Russenhass in der Ukraine geschürt wird? Die damit verbundene Spaltung zieht sich durch alle Bevölkerungsschichten. Die Tragödie in Odessa und der Krieg in der Ostukraine ist der logische vorläufige Schlusspunkt. Haben Sie auch nur eine kleine Ahnung, welche Unzahl ausländischer NGOs in der Ukraine seit Jahren wirkten? Sagen Ihnen Namen wie Oros und Rockefeller-Stiftung oder NED etwas? Haben Sie nur einen blassen Schimmer von den kapitalen Interessen der US-amerikanischen Wirtschaft an diesem Land? Wissen Sie, dass das größte Gasunternehmen der Ukraine einen rein US-amerikanischen Vorstand hat? Sagen Ihnen Unternehmen wie Chevron und Monsanto was?

      „5. Schließlich kommt er natürlich mit dem Irak-Krieg und relativiert damit die Krimannektion durch die Russen. Gleichzeitg behauptet er, die Russen hätten demokratisch darüber abstimmen lassen… “

      Allen Ernstes wollen Sie verklickern, dass man den Anschluss der Krim mit dem Krieg der USA gegen den Irak vergleichen kann? Was wissen Sie denn über die Geschichte, den völkerrechtlichen Status der Krim, die Referenden, die Präsenz russischer Truppen, die Verträge? Was wissen Sie zum Völkerrechtsbegriff Annexion? Was wissen Sie über die Menschen? Sie wiederholen einfach nur Ihr emotional gespeichertes Wissen aus unseren Medien, ohne Reflexion, ohne Nachzudenken.

      „Man könnte noch mehr zu diesen Halbwahrheiten, Auslassungen und blanken Lügen schreiben, die er nur in diesem relativ kurzen Stück zum Besten gibt, aber ich habe keine Lust mehr.“

      Eher denke ich, Sie können es nicht – wie auch.

      „Es läuft einfach alles darauf raus – EU/USA böse, böse, böse und das Publikum gluckst vergnügt…“

      Das also sind Ihre Argumente? Nennen Sie das kritische, ehrliche, anspruchsvolle Analyse?

      „russische und verschwörungstheoretische “Wahrheiten…”

      Ein völlig sinnentleerter Begriff, aber im Zuge der Deutungshoheit mit negativer Aura umwoben und durch ständige Wiederholung in das Gehirn der Leute hineingeprügelt. Genau das ist es, was Sie bei Orwell nachlesen können (sagt Ihnen Neusprech etwas?). Mit solchen Plattheiten eine Person diffamieren, ohne ein wirklich sachliches Argument liefern zu können.

      „Und selbst in der SPD sind ein Haufen pro Russland Leute wie Platzeck. Warum bedeutet links automatisch pro Russland und anti USA.“

      Diese Kategorisierung nehmen Sie ganz höchstpersönlich in Ihrem Kopf vor. Erkennen Sie nicht im Satz den Widerspruch an sich? Sind für Sie die Grünen links? Oder handelt es sich nicht auch bei Links und Rechts um Worthülsen, die man als Scheinargumente in die Diskussion einbringt.

      „Leider bekommt man “links” nur noch im Paket mit Antiamerikanismus, Verschwörungstheorien und pro Russland. Es ist zum Kotzen. “

      Aus diesem Dilemma kommen Sie nur über über das kritisch, ehrliche Hinterfragen Ihres eigenen Weltbildes heraus.

      Da ist Ihnen der Autor des Artikels (dessen Inhalte ich nicht teile, das wird jetzt nicht überraschen) etwas voraus, er reflektiert nämlich durchaus kritisch seine Gedanken und würde manche Dinge wahrscheinlich heute anders artikulieren.

      Achso, nicht alles was Pispers sagt, teile ich, z.B. wenn er sich abwertend über Personen äußert, nur damit es lustiger wirkt. Seine Schlüsse, die er aus der Analyse zieht, vertrete ich auch nicht durchgehend. Aber seine Themen bringt er mit gehörigem Hintergrundwissen rüber und er regt zum Nachdenken an. Das Nachdenken sollten wir uns auch nicht abnehmen lassen.

      • SveFe
        März 11, 2015 um 19:05

        „Aha. Wie sagte doch 1990 US-Außenminister James Baker im Katharinensaal des Kreml(!):
        Das Bündnis (gemeint NATO) werde seinen Einflussbereich ‚nicht einen Inch weiter nach Osten ausdehnen‘, falls die Sowjets der Nato-Mitgliedschaft eines geeinten Deutschland zustimmten.“

        Aha Sie sind also auch einer der imperialistischen Geostrategen , die den neuen Mitgliedsländern eigenständiges Handeln absprechen wollen? Sind Länder wie Polen Länder 2. Klasse?

        „Sagt Ihnen die Summe von 5Mrd $ etwas?“
        Mal abgesehen dass der vorher benutze Whataboutism „alle Präsidenten hätten mehr oder minder die Verfassung gebrochen“ erstens falsch ist und zweitens keinerlei Rechtfertigung für den Bruch des bis dahin bestehenden gesellschaftlichen Konsens in Ukraine solche Fälle nicht mit Gewalt zu lösen .
        Was sind 5 Milliarden für die,weiter untern von Ihnen genannten, zahlreichen NGO in einem Zeitraum von 1991 -2014 (denn um den Zeitraum ging es bei Frau Newland)?Richtig, Peanuts!!

        “ Zumal die Sniper auch eine Reihe von Polizisten erschossen. Sie wissen nicht, dass der CIA-Direktor mehrmals in Kiew war?“

        das ist Richtig , Sie wissen aber auch dass SBU und GRU tausende von Agenten in der Ukraine haben und dass Putin bereits seit 2008 offiziell davon spricht die Ukraine sei kein richtiger Staat , was es doch sehr viel wahrscheinlicher macht , dass Planung und Ausführung er dort zu verorten sind. Wissen Sie wie oft Yanuk allein von Januar bis Februar in Russland war oder Besuch russischer Art hatte?

        „das ist also kein Argument? Jeder fünfte Ukrainer hatte russische Wurzeln, was ja bei der Geschichte auch nicht so verwunderlich ist. Ist Ihnen nicht bekannt, dass seit Jahren ein latenter Russenhass in der Ukraine geschürt wird?“

        Als jemand der Familie im Lugansker Gebiet hat , die russischsprachig ist sollten wir hier endlich mit Mythen aufhören.
        Erstens gab es in der Ukraine nie ein Gesetz betreffend den „Status der russischen Sprache in der Ukraine.” Zweitens hat sich der rechtliche Status der russischen Sprache in der Ukraine, auch wenn er in den letzten Jahren leicht modifiziert wurde, in der Praxis nicht geändert.
        Die grundsätzlichen Fragen der Sprache wurden durch das Sprachengesetz von 2012 (Gesetz „Über die Grundlagen der staatlichen Sprachenpolitik“, datiert 3. Juli 2012 N 5029-VI) dessen Entwurf von Serhij Kiwalow und Wadym Kolesnitschenko (Partei der Regionen) eingebracht wurde. Gegen die parlamentarische Entscheidung vom 23. Februar 2014 zur Aufhebung dieses Gesetzes legte Interimspräsident Turtschinow sein Veto ein. Diese Tatsache wird fälschlich und lautstark als „Verbot“ der russischen Sprache beklagt.
        Zumal das Gesetz durch das Veto weiterhin in Kraft ist.

        Der Artikel 6 des Sprachengesetzes von 2012 definiert die ukrainische Sprache als Staatssprache, zu deren Benutzung innerhalb des Territoriums der Ukraine sämtliche legislativen, exekutiven und judikativen Organe verpflichtet sind. Der Paragraph 5 des Artikes 6 lautet ausdrücklich: „Nichts in diesem Gesetz soll so ausgelegt werden, dass es den Verwendungsbereich der Staatssprache“ – also des Ukrainischen – „einschränkt“.

        Regionalsprachen können anerkannt werden

        Artikel 7 des Gesetzes sieht nun vor, dass die Ukraine weiterhin 18 Minderheitensprachen als „regionale“ Sprachen anerkennt: Russisch, Weißrussisch, Bulgarisch, Armenisch, Gagausisch, Jiddisch, Krimtatarisch, Moldauisch, Deutsch, Griechisch, Polnisch, Romani, Rumänisch, Slowakisch, Ungarisch, Russisch, Karaimisch und Krimtschakisch. Somit erhält die russische Sprache keinen Sonderstatus, sondern ist eine Regionalsprache neben 17 weiteren.
        zu Details können Sie gern den folgenden Link bemühen

        https://euromaidanberlin.wordpress.com/2014/06/01/ukrainisch-ist-pflicht-russisch-verboten-noch-einmal-zum-mythos-vom-verbot-der-russischen-sprache/

        „Ist Ihnen nicht bekannt, dass seit Jahren ein latenter Russenhass in der Ukraine geschürt wird?“
        Waren Sie schon mal dort, selbst jetzt nach einem Jahr Kriegs Russlands gegen die Ukraine hält sich der von Ihnen propagierte Russenhass ziemlich in Grenzen. Das russische ist überall präsent und wenn und das seit mindestens 2004 gezielt Hass geschürt , dass ausgehend von Russland auf alles ukrainische. Zudem zeigt die Unterdrückung alles ukrainischen auf der Krim (inkl. Bücherverbrennung) oder auch in den Gebieten von DVR und LVR, dass dies vorgeschoben ist und genau wie der Vorwurf von der faschistischen Junta lediglich ein typisches Propagandamittel aus der Mottenkiste des KGB und einen Spiegelung dessen was man selbst macht , einen völkisch motivierten Eroberungszug.

        „Haben Sie nur einen blassen Schimmer von den kapitalen Interessen der US-amerikanischen Wirtschaft an diesem Land? Wissen Sie, dass das größte Gasunternehmen der Ukraine einen rein US-amerikanischen Vorstand hat? Sagen Ihnen Unternehmen wie Chevron und Monsanto was?“

        Das ist so ziemlich das albernste Argument der russischen Propaganda, denn wenn Russland die Bodenschätze klaut oder annektiert , für die US Unternehmen bezahlen ist das völlig ok, oder was? Zudem schauen Sie mal die Ukrainische Wirtschaft an, wie diese selbst jetzt noch von Russischen Investoren und Beteiligungen dominiert wird. Und die ach so böse Ukraine hat trotz Krieg noch keinen Anstalten gemacht , diese Unternehmen zu Verstaatlichen oder an die USA zur übertragen.

        „Allen Ernstes wollen Sie verklickern, dass man den Anschluss der Krim mit dem Krieg der USA gegen den Irak vergleichen kann? “
        Na, das Argument hat Herr Putin in den letzten Tagen ja selbst zerlegt. Er hat zugegeben , es war einen Annexion und ein kriegerischer Akt. Und in einem Jahr werden wir dann ähnliches für die Ukraine hören. Zumal, Herr Girkin hat ja schon gestanden.

        • ped43z
          März 12, 2015 um 23:37

          1. Hat James Baker diese Worte gesagt oder nicht?
          Er hat es. Haben die USA ihr Wort gehalten. Nein, sie haben es nicht! Was hat das bitte mit Polen zu tun? Sie wollen also dem Leser weismachen, Polen hätte auf Knien die NATO angebettelt, das schutzllose Land vor den Russen zu schützen? Die Geopolitik sieht von jeher anders aus. Sie bedienen einfach weiter den Hassfaktor, ein sachlicher Einwand sieht anders aus.

          2. 5 Mrd. US-Dollar in ein Land zu „investieren“, um es zu „demokratisieren“, innerhalb von 23 Jahren, das sind für Sie Peanuts? War das nicht auch damals der Chef der Deutschen Bank, der über solche Summen gleichermaßen schwadronierte? Entnehmen Sie das Ihrem Unterbewusstsein, oder haben Sie darüber zuvor ernsthaft nachgedacht? Es wäre sinnvoller gewesen, zu recherchieren, wohin diese gewaltige Summe innerhalb dieser 23 Jahre geflossen ist. Das tun Sie nicht, fürchten Sie sich vor unangenehmen Wahrheiten? Haben Sie sich schon mal 10 bis 100 Stunden Zeit genommen, um herauszufinden, welch verhehrende Rolle NGOs (vorrangig aus den USA), finanziert vor allem von US-amerikanischen Geheimdiensten, Superreichen (ich nenne nur mal Soros) und dem US-Außenministerium spielen. Ist Ihnen bewusst, dass selbst die „Revolution“ vor über 10 Jahren mitnichten eine Volksbewegung war?
          Glauben Sie wirklich, mit Ihrer Peanuts-Aussage irgendetwas relativieren zu können?

          3. Was die russische Sprache in der Ukraine angeht. Ihre Kenntnisse zum Gesetzeswerk nehme ich Ihnen ab, hier müsste ich mehr recherchieren. Nur frage ich Sie, was sollte dann nach dem Maidan verboten werden? Sie wissen es. Welchen Einfluss könnte das in dieser – von außen ganz bewusst – aufgeheizten Stimmung gespielt haben? Korrigieren Sie mich, aber nach meinem Wissen sollte russisch als Amtssprache verboten werden (ja, das Gesetz darüber war wohl gerade zwei Jahre alt). Wo bitte kam der Russenhass her? Wo kommt eigentlich der Russenhass in Deutschland her? Sind wir schon wieder was besseres und können uns zum Richter über Andere aufschwingen? Schauen Sie sich in der Welt um und überlegen Sie, wie Gesellschaften destabilisiert werden, immer über die Erzeugung von Hassbildern. Und jede Gesellschaft hat ihre Schwachstellen, die von bestimmten Interessengruppen ganz bewusst ausgenutzt werden.

          4. Sehen Sie, Sie kennen Leute in der Ukraine und ich kenne solche. Damit kommt man nicht weiter. Lesen Sie die Sprüche einer Timoschenko (einer ehem. ukrainischen Ministerpräsidentin), wie die meint mit Russland umzuspringen, suchen Sie sich diese Ungeheuerlichkeiten selbst raus. Der stellv. ukrainische Verteidigungsminister meint sogar, dass selbst ein Atomkrieg es wert ist geführt zu werden, um den bösen Russen Einhalt zu gebieten. Wie weit sind wir gekommen? Das Massaker von Odessa, gilt da nur der Mainstream oder dürfen auch Augenzeugenberichte, vor allem auch Opferberichte gewertet werden? Wieso flüchten über ein Milliion Ostukrainer nach Russland? Hat die Ostukraine den Krieg nach Kiew getragen oder war es nicht etwa umgekehrt? Bataillone wie Asow sind nicht faschistisch geprägt, was sollen dann die SS-Runen auf manchen Helmen? Soll ich wirklich Ihnen die Arbeit machen und Zitate von Politikern und Militärs aufzählen, welche die latente Russenfeindlichkeit und Judenfeindlichkeit belegen, welche in einem Teil der ukrainischen Gesellschaft ganz bewusst neu angefacht wurde?

          5. Annektion der Krim. Sie haben sich mit meinen Fragen nicht beschäftigt. Ihr emotionales Zentrum war einfach mal beleidigt und hat entsprechend reagiert. Wie also war der völkerrechtliche Status der Krim? Wussten Sie, dass seit Jahr und Tag, genauer seit 1991 bis zu 24.000 russische Soldaten auf der Krim stationiert waren? Und zwar laut Vertrag! Da wird von einem Einmarsch schwadroniert – lächerlich!

          6. Russland beutete also die Ukraine aus – so habe ich Ihre Meinung verstanden, richtig? Hier muss ich deutlicher werden, denn es ist Ihnen vielleicht nicht bewusst. Sie betreiben schlicht Propaganda, und die braucht keine Logik, am besten die Ratio ist ganz ausgeschaltet. Sie schmeißen eine Behauptung in den Diskurs ohne irgendeinen Beweis! Und so blöd sind nicht mal unsere Leitmedien, dass sie das den Russen unterstellen würden. Denn es stimmt nun mal nicht. Gerade im wertintensiven Technologiesektor (z.B. Flugzeugbau) hat die Ukraine enorm von der Kooperation mit Russland profitiert. Der Warenaustausch war (und ist bis heute!) zollfrei, da die Wirtschaftsunion bislang nicht gekündigt wurde. Warum bekam die Ukraine dann ihr Öl zu Tarifen unterhalb der Weltmarktpreise. Wieso stundete Russland regelmäßig die fälligen Zahlungen – und zwar ohne Zinsen(!), welche das finanziell klamme Land nicht leisten konnte, strich sie teilweise sogar. Wieso besteht der Vorstand des größten ukrainischen Gaskonzerns inzw. ausschl. aus US-Amerikanern (mittendrin Bidens Sohn, Sie wissen hoffentlich wer Biden ist). Wissen Sie, wo die achso gern Fracking betreiben würden? Wieso kauft Monsanto, der weltgrößte Saatguthersteller, derzeit massenweise Land in der Ukraine? Ist Ihnen bekannt, welchen Mechanismus IWF und Weltbank gedenken in Gang zu setzen?
          Übrigens: Von BÖSE reden SIE, nicht ich!

          7. Und als letztes zu Ihrer wirklich billigen Behauptung über Putins Aussage zur Krim: Was er gesagt hat, weiß ich übrigens. Nennen Sie hier ohne selektive Verfälschung den Passus, den Putin in Bezug auf die Krim geäußert hat (was bedeutet, dass eine „Aufarbeitung“ durch z.B. den Spiegel dem natürlich nicht gerecht werden würde) und wiederholen Sie dann Ihre Behauptung. Damit auch jeder sehen kann, ob Sie in der Lage sind zu reflektieren, nämlich Ihre eigenen Anschauungen – oder eher doch nicht.

  23. März 15, 2015 um 13:25

    Hat dies auf airwaterfresh rebloggt.

  24. Spoing
    März 17, 2015 um 19:55

    Mir wurde vorhin dieser Artikel geschickt und nachdem ich gesehen hatte das trotz des relativ hohen Alters der Autor hier noch einmal hinein schaut wollte ich nur kurz etwas Lob hier lassen.
    Die Fremdwortdichte ist ein Bischen hoch so das der Lesefluss etwas gehemmt wird. Aber Inhaltlich alles sehr gut auf den Punkt gebracht. Mir viel dies das erste mal auf als Pispers Phillip Rösler als „Die Rache der Roten Khmer“ bezeichnete. Ich habe von Rösler zwar auch nie was gehalten aber das das Publikum über diesen Rassistischen Dreck lachen konnte stieß mir übel auf. Damit der Witz nur einigermaßen Fruchtet muss man nicht nur Vietnamesen und Kambotschaner gleich setzen (Sind ja eh alles Asiaten) man muss die Roten Khmer auch noch als irgendwas Böses da stellen mit den Rösler ja irgendwie verbunden seien könnte. Aber wie man einen Deutschen (der außer seinem Aussehen keinen Bezug zu seinem Geburtsland hat) einer „Liberalen“ Partei auch nur ansatzweise mit Maoistischen Massenmörder in Bezug setzen?
    Das wäre in etwa so als würde man in Amerika einen Polen oder Franzosen als Hitlers späte Rache darstellen.
    Wer auch nur Ansatzweise Ahnung von der Region (und seiner brutalen Geschichte) hat konnte bei so einem Satz auf keinen Fall lachen!

    • März 26, 2015 um 17:24

      Vielen Dank für ihr Lob!

      Was die Fremdwortdichte betrifft, ich nehme diese Kritik durchaus ernst. Ich werde mich bemühen, mich in Zukunft verständlicher auszudrücken.

      Mit besten Grüßen, ihr Jurek Molnar

    • ped43z
      März 28, 2015 um 12:44

      @Spoing:
      Da stimme ich Ihnen absolut zu. Volker Pispers tut sich und seinen Zuschauern keinen Gefallen, wenn er seine gute fundierte scharfzüngige Satire, meint gewichtiger erscheinen zu lassen, in dem er Politiker mit Schimpfwörtern bzw. diffamierenden Vergleichen aller Art belegt (z.B. Angela Merkel bzw. Ursula von der Leyen). Den Drang haben auch andere Satriker. Letztlich bemüht er ja damit u.a. auch den Populismus, den er verurteilt. Positiv weil diesbezüglich deutlich zurückhaltender fällt mir da Hagen Rether auf.

  25. hasegawa
    April 10, 2015 um 11:41

    Netter Artikel. Wie viel geistiger Dünnschiss geht im Land der Dichter und Denker
    auf einmal? Der Autor hat ein gutes Beispiel abgegeben.

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